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Jetzt schon an später denken

Ich würde mich grundsätzlich als vernünftigen Menschen bezeichnen. Ich handle gut überlegt, wenn es sich lohnt. Also beim Kochen nicht. Bei der Auswahl einer Wanderrute in den Bergen schon. Und doch fällt es mir manchmal schwer, jetzt schon an später zu denken.

Sag jetzt schon nein!

Ich meine damit, jetzt schon zu entscheiden, was ich kaufe und was nicht. Gerade wünsche ich mir einen kleinen Campinghocker. Drei Beine reichen schon. Und ein Nachtsichtgerät. Beides hilft, nächtliche Tierbeobachtungen einfacher zu gestalten. Aber brauche ich das? Lohnt sich das? Bisher ging es doch auch ohne. Gut, der Hocker lohnt sich vermutlich nicht nur nachts, sondern auch in vielen anderen Situationen. Er braucht nicht viel Platz und teuer ist er auch nicht. Aber das Nachtsichtgerät? Biber sieht man damit besser. Dann könnte ich sie auch mal aufnehmen und denjenigen zeigen, die abends schon im Bett liegen, wenn man Biber* sehen kann. Aber es ist teuer und braucht Platz. Und ich will doch ein Tiny House bauen, indem wenig Platz ist. Soll ich oder soll ich nicht?

Nein zu sagen fällt mir zwar nicht schwer, aber ich grüble danach immer viel zu lange, ob das eine gute Idee war. Klar, notfalls kann ich mich dann ja immer noch umentscheiden. Aber jetzt gerade ist es ein Hin und ein Her. Und noch dazu eines, das von Begeisterung und Wünschen getragen wird, nicht unbedingt von der Vernunft.

Denk für das Tiny House mit

An sich ist aber die Vernunft klar dagegen. Auch wenn weder der Campinghocker noch das Nachtsichtgerät viel Platz wegnehmen, im Mini Tiny House ist es eng. Ich muss über alles nachdenken, was ich kaufe. Auch jetzt schon. Wenn ich in zwei Jahren das Nachtsichtgerät* wieder verkaufen muss, weil ich es nirgendwo unterbringen kann, ist das auch blöd. Leihen wäre super, bloß gibt es hier bei mir niemanden, der eines hat oder verleihen würde. Sinnvoll wäre das aber schon. Gemeinsames Anschaffen wäre auch eine Idee. Bloß mit wem? Ich schau nachts am meisten nach irgendwelchen Tieren. Also bleibt das Ding bei mir und ich verleihe es. Und damit wären wir wieder beim Platzproblem.

Ich muss einfach jetzt schon mitdenken. Neues wird nur noch gekauft, wenn ich es auch im Tiny House noch brauchen kann. Selbst die kleinsten Kaufentscheidungen finden erst nach guter Überlegung statt. Jetzt ist das schwierig, denn noch habe ich Platz. Aber ich denke, mit zunehmender Übung und kleiner werdendem Wohnraum, wird das einfacher. In ein paar Jahren muss ich nicht mehr nachdenken, dann weiß ich sofort, ob ich etwas kaufen kann oder nicht. Ich weiß, wie viel Platz noch vorhanden ist. Doch jetzt kann ich nur schätzen. Und ich schätze vorsichtig. Das spart Geld und bestenfalls am Ende Platz. Dann kann ich mir vielleicht doch ein Nachtsichtgerät kaufen, weil genügend Platz da ist. Und bis dahin muss ich eben meine Taschenlampe nutzen. Die Biber stört das zum Glück nicht.


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