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Welche Arten von Tiny Houses gibt es?

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Wie mühsam ist es doch, in Deutschland immer wieder darauf hinweisen zu müssen, dass ein Tiny House nicht zwangsläufig auf Rädern stehen muss. Es muss einfach nur sehr klein sein. Das reicht schon, um als „winzig“ zu gelten. Und das genau ist es, was ein „Tiny“ House eben ist. Neben den Häuschen auf Rädern gibt es etliche andere Arten von Tiny Houses, die gerne in Vergessenheit geraten, weil sie in Deutschland zu selten vorkommen. Sehen wir uns doch mal an, welche Arten von Minihäusern es gibt.

Die Definition von „Tiny House“

Eine offizielle Definition des Begriffs „Tiny House“ gibt es nicht. Übersetzt bedeutet es „Winziges Haus“. Nicht mehr und nicht weniger. In den USA wird diese Wohnform mittlerweile als eigenständiges Bauwerk anerkannt und darf nicht größer als 37 m2 sein. Damit ist die reine Grundfläche des Hauses gemeint. Verschiedene Ebenen werden nicht mitgerechnet. Es spielt dort aber ebenfalls keine Rolle, ob das Tiny House auf Rädern steht oder mit dem Boden fest verankert und damit nicht mobil ist. Hauptsache klein. Das ist schon alles.


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Ein Tiny House on Wheels

Tiny House on Wheels oder eben ein Tiny House auf Rädern ist die auffälligste und damit auch bekannteste Form des Tiny Houses. Wie der Name schon sagt, steht es auf einem Anhänger, hat also Räder, und ist mobil. Du kannst damit auf der Straße fahren und dein Haus überall dort abstellen, wo dies erlaubt ist. Du kannst mitsamt deinem Haus also einfach umziehen oder reisen. Zwar ist das praktisch nicht immer so einfach, aber grundsätzlich ist diese Art des Wohnens in einem Tiny House on Wheels möglich und auch der Hauptgrund, warum man ein Haus auf Rädern baut.

Da Tiny Houses im Trend liegen und nicht so groß sind, entschließen sich viele Bauherren, ihr Haus ganz oder teilweise selbst zu bauen. Wem das ein zu großes Unterfangen ist, der findet mittlerweile jede Menge Hersteller von Tiny Houses in ganz Deutschland. Die Wartelisten sind allerdings recht lang.

Was ist ein Minihaus?

Minihaus
Bild von Lisa Larsen auf Pixabay

Hat ein Tiny House keine Räder, so spricht man meistens von einem Minihaus. Auch hierfür gibt es in Deutschland keine Definition. Klein muss es sein. Streng genommen ist jedes Tiny House, egal ob es nun Räder hat oder nicht, ein Minihaus. Spricht man von einem Minihaus, meint man allerdings Häuser mit einem Fundament, die eben nicht mobil sind. Feste Regeln zur Größe gibt es nicht. Einige Minihäuser sind sogar zweistöckig. Manche von ihnen gibt es als Fertighaus aus dem Katalog, andere werden von Architekten entworfen. Überall auf der Welt findest du Nischenhäuser, die in kleine Baulücken auf ungünstigen Baugrundstücken erschaffen wurden und besondere Formen und Maße haben. Nicht alle von ihnen zählen zu den Minihäusern. Interessant sind sie dennoch.

Mit Bauklötzen spielen – Das Modulhaus

Flexibel und interessant sind auch Modulhäuser. Sie bestehen aus einzelnen Modulen, die du individuell zusammensetzen kannst. Willst du das Badezimmer größer oder kleiner haben? Soll es links oder rechts, vorne oder hinten liegen? Wie groß soll das gesamte Haus sein? Wie viele Zimmer brauchst du? All das lässt sich durch eine genau berechnete Anzahl an Modulen festlegen. Oftmals kann ein Modulhaus sogar wieder abgebaut und an einer anderen Stelle neu errichtet werden. Aber nicht alle Modulhäuser sind Tiny Houses. Denn du kannst die Module frei anordnen und es steht dir frei, wie viele davon du für ein Haus verwendest. Da kann es durchaus passieren, dass dein Haus recht groß wird.

Die Jurte – Wohnen im Zelt

Jurte
Bild von LoggaWiggler auf Pixabay

Jurten sind eine besondere Wohnform, denn sie bestehen überwiegend aus Stoff. Statt einem klassischen Ziegeldach, geraden Wänden und verschiedenen Räumen im Haus, ist eine Jurte vergleichbar mit einem Zelt. Genutzt wird sie von einigen Nomadenvölkern in Asien. Der Rahmen des Gebäudes besteht aus Holz und lässt sich schnell auf- und abbauen. Das Besondere an einer Jurte ist, dass sie lediglich aus einem Raum besteht und rund ist. Sie ist aber auch sehr flexibel und mobil und lässt sich innerhalb eines Tages errichten. Auch permanente Jurten, die eine Mischung aus Zelt und Haus sind, kannst du errichten. Möbel, Badezimmer, Ofen, all das ist in einer Jurte möglich. Das Leben darin ist meist recht einfach und nicht für jeden geeignet.

Mit einem Baumhaus hoch hinaus

Baumhaus
Bild von Anrita1705 auf Pixabay

Man soll es nicht glauben, aber auch in einem Baumhaus lässt es sich bequem wohnen. Eine Baugenehmigung dafür zu bekommen, ist zwar ziemlich schwierig, aber es geht. Und damit sind Baumhäuser wohl die spannendsten Wohnhäuser, die die meisten Kindheitserinnerungen wachrufen. In der Regel müssen sie von unten mit Balken gut gestützt werden, denn sobald sie bewohnt werden, müssen die Häuser große Lasten tragen. Tatsächlich verfügen Baumhäuser im Normalfall nicht über ein Badezimmer, sondern lediglich über eine Trockentrenntoilette und einen Wasserkanister. Küche und Badezimmer werden meist außen auf dem Boden angebracht. Entsprechend sind Baumhäuser vor allem für die Sommermonate eine sinnvolle Unterkunft und damit in Deutschland nur bedingt sinnvoll.

Viele Arten, ein Name

Ein Tiny House muss also einfach bloß klein sein. Mehr nicht. Ob es nun auf Rädern steht, in der Luft hängt, Wände aus Stein, Holz oder Stoff hat, ist egal. Solange es nur klein ist, ist es ein Tiny House. Es lohnt sich aber, gelegentlich weg von den Tiny Houses auf Rädern zu sehen, und stattdessen nach anderen Arten von Tiny Houses zu schauen. Es gibt so viel zu entdecken. Und immer wieder findest du Inspirationen und Ideen, die dir gefallen. Denke nicht nur in eine Richtung. Sieh dir an, was es alles zu entdecken gibt.

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