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Die Besonderheiten eines Badezimmers in einem Tiny House

Badezimmer in einem Neubau sind im 21. Jahrhundert eher Wellnessoasen als Badezimmer. Große Duschen, Badewannen, Whirlpools*, Saunen, Doppelwaschbecken, abgetrennte Toiletten und viele andere Feinheiten finden sich dort, die zum Verweilen einladen. Manch ein Wellnessbadezimmer ist so groß wie ein ganzes Tiny House. Klar, dass ein Mini Tiny House nicht ganz so viel zu bieten haben kann.

Kein Platz

Selbstverständlich kann jeder sein Badezimmer so gestalten, wie er es gerne möchte. Auch in einem Tiny House kann man eine Sauna unterbringen. Aber das benötigt viel Platz, der an anderer Stelle wegfällt. Wem ein großes Badezimmer im Tiny House wichtig ist, der muss darauf nicht verzichten. Vielleicht aber auf eine große Küche oder viel Platz im Wohnzimmer. Das geht, es will aber nicht jeder.

Ich verbringe wenig Zeit im Badezimmer. Und wenn ich mich dort aufhalte, dann meist zum Duschen, Zähneputzen oder um die Luftqualität zu verringern. In zwei dieser drei Fälle trage ich meine Brille nicht. Das hat den Nachteil, dass ich dadurch kaum etwas erkennen kann, und den Vorteil, dass mir in dieser blinden Phase das Aussehen meines Badezimmers ziemlich egal ist. Ich seh’s ja ohnehin nicht.

Entsprechend unwichtig ist es für mich also, ein großes Badezimmer zu haben. Sicher, ich will mich dort wohlfühlen. Aber es muss keine Oase sein. Solange ich den Raum anständig lüften kann, die Dinge unterbringe, die ich dort brauche, und mir die Gestaltung gefällt, bin ich zufrieden. Groß und geräumig muss es nicht sein. Dafür bin ich dort zu selten.

Was braucht ein Badezimmer in einem Tiny House?

Jedes Badezimmer, egal ob in einem kleinen oder großen Haus, braucht eine Toilette und eine Dusche beziehungsweise eine Badewanne. In der Regel findet sich dort auch ein Waschbecken und ein Spiegel. Gerade das Waschbecken kommt in einem Tiny House aber nicht immer im Badezimmer vor. Für viele Bewohner reicht die Spüle in der Küche und ein zusätzliches Waschbecken halten sie für überflüssig. Ich nicht. Ich will eine Spüle und ein Waschbecken. Entsprechend brauche ich etwas mehr Platz im Badezimmer, als zwangsläufig nötig ist. Aber keine Sorge, geräumig wird es deswegen trotzdem nicht. Denn mein kleiner Warmwasserboiler für die Dusche muss dort auch irgendwie an die Wand. Und wenn es geht, hätte ich gerne noch die Möglichkeit, einen Wäscheständer aufzustellen, Toilettenpapier zu lagern, Einstreu für die Trockentrenntoilette zu bunkern und meine Handtücher und Klamotten aufzuhängen.

In meinem kleinen Badezimmer soll also kein Zentimeter verschenkt werden. Dennoch will ich nicht, dass es mich einengt oder die Nutzung dadurch erschwert wird, dass ich erst den Wäscheständer* wegräumen muss, wenn ich meine randvolle Blase leeren will. Ich will auch nicht ständig darauf achten müssen, ob etwas hinter mir ist, über das ich fallen könnte, wenn ich meine Füße nicht perfekt ausrichte, um mich umzudrehen. Und meine Knie möchte ich mir auf dem stillen Örtchen nach Möglichkeit auch nicht anschlagen.

Warm und gut gelüftet

Besonders kleine Badezimmer haben schnell mit Schimmel zu kämpfen, wenn sie zu warm sind und nur schlecht belüftet werden. Ich will deswegen unbedingt ein Fenster im Badezimmer haben. Am besten bei der Toilette oder Dusche. Da nutze ich die Wand nicht. Das Badezimmer ist das einzige Zimmer (von zweien), in welchem ich mir eine Spiegelinfrarotheizung* an der Wand vorstellen kann. Im großen Wohn-, Ess-, Schlaf- und Arbeitszimmer soll die Infrarotheizung an der Decke montiert werden, um den Fußboden zu erhitzen und den Raum damit von unten zu erwärmen. Im Badezimmer hingegen bietet sich eine Infrarotheizung als Spiegel an. Je nach Ausrichtung wärmt mich dieser Spiegel, sobald ich aus der Dusche steige. Eine schöne Vorstellung. Dadurch geht allerdings Stauraum verloren, den ich mit einem Spiegelschrank über dem Waschbecken* gewonnen hätte. Ganz sicher bin ich mir deswegen noch nicht. Aber dieses Detail kann ich auch später noch angehen.

Für das Waschbecken im Badezimmer brauche ich nur wenig warmes Wasser. Ganz darauf verzichten will ich nicht. Deswegen möchte ich einen Durchlauferhitzer* nutzen, der in erster Linie die Spüle in der Küche mit warmem Wasser versorgt. Das Waschbecken im Badezimmer soll davon ebenfalls bei Bedarf etwas abbekommen. Darum sollen diese beiden Becken auch nebeneinander liegen. Das verringert den Weg des warmen Wassers und führt schneller zum gewünschten Effekt.

Keine Waschmaschine

Eine Waschmaschine werde ich in meinem Badezimmer nicht unterbringen können. Dafür ist kein Platz. Zwar gibt es Entwürfe, in welchen das ginge, doch dann verliere ich an anderer Stelle im Tiny House wertvollen Platz, der mir wichtiger ist. Deswegen kommt zwar ein Wäscheständer ins Badezimmer, die Waschmaschine wird aber in der Küche untergebracht. Das geht auch. Und eventuell ist es möglich, den Warmwasserboiler* am Boden neben der Dusche zu montieren. Dadurch gewinne ich Raum auf Kopfhöhe, sodass das Badezimmer größer wirkt. Aber auch das wird sich mit der Zeit zeigen.


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