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Meine Bibliothek muss kleiner werden

Kommen wir gleich zum Punkt: Ich mag Bücher! Und wenn ich Bücher sage, meine ich echte Bücher. Aus Papier. Zum Blättern. Mit ihrem ganz eigenen Duft. Das ist es, was ich beim Lesen brauche. eBooks sind toll, schonen die Umwelt und nehmen viel weniger Platz weg. Aber sie riechen nicht nach Papier, nicht nach Leinen, Kleber oder Druckerschwärze. All das brauche ich, um in eine Geschichte richtig eintauchen zu können. Und nun kommt das Problem: Mein Mini Tiny House bietet nicht genügend Platz für meine Bücher.

Ein Tiny House zerstört meinen Kindheitstraum

Seit ich lesen kann – vielleicht auch schon seit ich Geschichten höre – ist es mein großer Traum, einmal eine eigene kleine (oder große) Privatbibliothek zu haben. Mit all den Büchern, die ich besitze und die ich übrigens auch alle gelesen habe. Außer natürlich die, die auf dem Stapel liegen. Das ist der Stapel der ungelesenen Bücher. Aber dieser nimmt im Grunde stetig ab, um gleich wieder zuzunehmen. Also ja, mir sind Bücher wichtig*. Wichtiger als ein Fernseher. Bloß sind sie in einem Tiny House irgendwie hinderlich. Keine Frage, ich werde einige meiner wichtigsten Bücher unterbringen und auf gar keinen Fall gänzlich auf Bücher verzichten. Nein, das kann ich auch gar nicht. Ich will mich ja wohlfühlen in meinem eigenen Haus. Aber alle kann ich nicht mitnehmen. Und damit muss dieser Kindheitstraum von der eigenen Bibliothek leider platzen. Zumindest vorerst. Wer weiß, welche Chancen sich mir als alte Frau zeigen.

Wie mistet man Bücher aus?

Nun stehe ich aber vor einem Problem. Bücher loszuwerden klappt nur dann, wenn man sich auch wirklich von ihnen trennen will. Und das kann dauern. Darum habe ich bereits damit begonnen, Bücher wegzugeben. Nicht weit von meiner Wohnung entfernt steht ein offener Bücherschrank, den ich regelmäßig füttere. Und dann sind da meine Kinderbücher, die ich immer wieder an Familien weitergebe. Aber nicht alle. Nein, ich brauche ein bisschen Enid Blyton im Regal. Sonst ist das ja kein richtiges Bücherregal.

Interessanterweise fällt es mir bei manchen Büchern gar nicht schwer, sie gehen zu lassen. Ich weiß nicht, wie das kommt, aber es gelingt mir immer mehr, nur das zu behalten, was mir wirklich gut gefallen hat. Aber es gibt auch die Bücher, die ich nicht hergeben will und die ich auch nicht wieder lesen möchte. Es sind die, an denen ganz besondere Erinnerungen hängen. Und die, die ich als Geschenk bekommen habe. Das passiert zwar mittlerweile selten, weil kaum einer weiß, welche Bücher ich schon gelesen habe und welche nicht. Das weiß ja nicht mal ich selbst. Erst neulich habe ich mir ein Buch gekauft, das ich schon gelesen hatte. Ich wusste es bloß nicht mehr.

Aus Versehen richtig gemacht

Ich habe vor einigen Jahren damit angefangen, nur noch solche Bücher zu behalten, die ich wirklich erneut lesen würde. Das hat dazu geführt, dass meine Büchersammlung längst nicht mehr so schnell wächst wie früher. Und das wiederum hat mir auch das Weggeben von Büchern sehr erleichtert. Ich schaffe es sogar, Bücher, die mich nicht begeistern, gar nicht erst zu Ende zu lesen. Das konnte ich früher nicht. Da war immer ein Hoffnungsschimmer, dass die Geschichte Fahrt aufnimmt. Heute halte ich mich nicht lange damit auf, wenn ein Buch zu viele Füllseiten hat. Mag sein, dass die Geschichte noch spannend wird, aber wenn ich dafür schon 100 Seiten hinter mich bringen musste und von dieser Spannung noch immer nichts merke, dann fliegt das Buch eben raus. Und ich vermisse es gar nicht. Ich weiß nicht, woher das kommt, ob ich im Alter ungeduldiger geworden bin oder Bücher nicht mehr mit den staunenden Kinderaugen sehe, sondern eben als Unterhaltung, die man sich nicht antun muss, wenn sie nicht unterhaltsam ist. Aber es hilft mir auf jeden Fall, nach und nach Abschied* von meinen Büchern zu nehmen, um am Ende nur das ins Mini Tiny House mitzunehmen, was ich dort wirklich haben will. Aber dennoch wird das wohl eines der größten Probleme werden. Es sind doch Bücher! Meine Bücher. Meine Schätze. Und bevor du fragst: Bibliotheken sind nichts für mich. Wenn ich da erst mal drin bin, komme ich stundenlang nicht mehr raus. Und das, was ich mitnehme, kann ich nicht mal bis zum Auto schleppen. Nein, bei Büchern setzt bei mir einfach der Verstand aus. Aber das ist ein Laster, mit dem ich wirklich gut leben kann. Und jetzt entschuldige mich bitte. Auf mich wartet noch ein spannendes Buch.


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