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Minimalismus im Tiny House – Was ich wirklich mitnehme

Am Wochenende überkam mich kurzzeitig ein Putz- und Aufräumfimmel. Nicht lange, aber intensiv. Und ich habe gemacht, was ich niemals mache. Ich habe meine Bücher aussortiert. Das war gar nicht so schwierig. Und eigentlich wollte ich noch mehr vor die Tür stellen, um sie zu verschenken, aber der Karton war schon voll.

Man kann nicht früh genug anfangen

In ein Tiny House zu ziehen, fängt schon an, noch bevor man überhaupt mit dem Bau angefangen hat. Bevor ich planen kann, muss ich mich damit befassen, was ich denn mit in das Häuschen nehme. Daher auch das Ausmisten*. Weiß ich, wie viel Platz ich in den Küchenschränken brauche, welche Klamotten ich überhaupt behalten werde und wie viele Bücher bleiben dürfen, kann ich planen, wie groß mein Tiny House sein muss. Darum ist es für mich sinnvoll, noch während den groben Planungsideen mit dem Ausmisten zu beginnen. Bei manchen Sachen ist das wirklich einfach. Bei anderen überhaupt nicht.

Was nehme ich mit?

Ich will jetzt nicht jedes Teil einzeln aufzählen, aber einen groben Überblick will ich euch auch nicht vorenthalten. Bevor sich jemand wundert: Nein, ich habe jetzt schon nicht so wahnsinnig viele Dinge und ich vermisse auch nichts. Also, was muss mit?

 

Meine Klamotten, das dürfte wohl klar sein. Davon können noch mal ein paar weg, die ich eh nie trage. Wobei dann echt wenig übrig bleibt. Das passt alles in einen 40 cm breiten Badschrank, der bloß einen Meter hoch ist – ich hab’s ausprobiert.

Meine Wandersachen, also mein Rucksack, der Campingkocher, das Zelt, der Schlafsack und was eben so dazugehört. Das passt alles in eine große Schublade, die auch nur deswegen so groß sein muss, weil sonst der lange Rucksack keinen Platz hat. Glücklicherweise sollte unterm Bett genau solch eine Schublade sein.

 

Der ganze Bürokram muss mit. Angefangen beim Computer über die Ordner und Unterlagen, Drucker, Taschenrechner, Bücher und was da eben so dazugehört. Und das soll auch alles direkt am Arbeitsplatz stehen und nicht über das Haus verteilt werden.

 

Dann wäre da alles, was man in der Küche braucht. Es soll auch alles in der Küche unterkommen, was aber kein Problem darstellt. Vier Suppenteller, vier Dessertteller, vier flache Teller, vier Tassen, vier Gabeln und so weiter. Das krieg ich in einem einzigen Schrank unter. Dazu zwei Pfannen und zwei Töpfe, ein Sieb und dergleichen. Das passt in einen zweiten Schrank. Bleibt noch einer übrig für die Lebensmittel.

 

So ähnlich ist das auch im Bad. Ich bekomme alles im Waschbeckenunterschrank und im Spiegelschrank unter und habe noch Platz für ein Regal, das man mit Toilettenpapier dekorativ bestücken kann – oder auch mit was anderem.

 

Außerdem dürfen die Hundesachen nicht fehlen, sonst ist die Fellnase beleidigt. Leine und Halsband hängen an der Garderobe, der Fessnapf steht darunter. Ein Spielzeug findet im Regal seinen Platz und Futter wird in der Wochenration im Haus aufbewahrt. Der Rest steht im externen Keller.

 

Auch meine Handarbeitssachen müssen mit. Wolle, Stoffe, Nadel, Faden, Schere, was man eben so braucht, wenn man häkelt und näht. Das braucht in der Aufbewahrung glücklicherweise wenig Stauraum und ist biegsam. Dafür ist ein großer Tisch nötig, um anständig damit arbeiten zu können.

 

Dann natürlich meine Bücher. Wie gesagt, ich habe schon ausgemistet und es werden noch weitere Bücher an neue Besitzer übergeben. Aber dennoch müssen einige davon mit mir umziehen. Notfalls baue ich an.

 

Und dann wäre da bloß noch der Kleinkram. Dinge, die man keiner Kategorie zuordnen kann. Sowas wie Erinnerungsalben, ein paar Bastelsachen und Farben, Kerzen, Spiele, saisonale Deko und eben all das, was ich nicht hergeben will. Das braucht vermutlich den meisten Platz, weil es am Ende ja doch irgendwie sortiert sein soll, aber im Grunde nicht sortiert werden kann.

 

Aber ja, das ist alles. Es kommt mir selbst wenig vor, aber mehr hab ich nicht. Mehr brauche ich nicht. Und von dem, was ich habe, brauche ich nicht alles. Darum mache ich mir keine Sorgen, dass ich Probleme mit dem Stauraum im Tiny House haben werde. Ich glaube eher, ich werde freie Regale haben. Aber die kann man dann ja elegant dekorieren. Platz für Pflanzen und Bücher ist immer willkommen.

Ist das Minimalismus?

Ja? Vielleicht? Nein? Ich habe keine Ahnung. Kann sein, dass man das so bezeichnet. Im Grunde ist es mir egal. Solange ich alles habe, was ich brauche und womit ich mich wohlfühle, ist es doch egal, wie man das nennt, oder? So richtig definiert ist Minimalismus* ja auch gar nicht und wenn mans genau nimmt, kann es kein Minimalismus sein, wenn man doch ein eigenes Haus besitzt. Zugegeben, ein kleines Haus. Aber eben ein Haus. Für mich widerspricht sich der Gedanke des Minimalismus und der des eigenen Hauses. Aber das ist bloß meine Auffassung. Wie gesagt, Hauptsache ist, ich bin zufrieden. Wie man das dann nennt, ist mir egal.


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