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Gemeinschaftliches Wohnen – Was ich mit anderen teile

Ein Mini Tiny House ist winzig. Da ist Platz für einen, vielleicht für zwei Bewohner. Aber schon bei der Waschmaschine oder dem Vorratsraum wird es eng. Es geht, aber es ist nicht unbedingt komfortabel. Bloß wer sagt denn, dass man im Tiny House auf sich allein gestellt ist?

Gemeinschaftliches Wohnen

Ich mag allein im Mini Tiny House wohnen, aber deswegen bin ich nicht allein. Mit mir bewohnen noch fünf weitere Personen das Grundstück. Und alle verstehen sich sehr gut, sitzen oft zusammen, grillen gemeinsam, spielen Karten, bringen ungefragt Kuchen vorbei und unterstützen sich gegenseitig bei Arbeiten auf dem Grundstück. Wenn beim Einen die Kühltruhe mal voll ist, darf er seine Sachen beim Anderen lagern. Müssen Weihnachtsgeschenke vor neugierigen Kinderaugen versteckt werden, landen sie eben beim Nachbarn. Und wer einkaufen geht, fragt meist, ob er was mitbringen soll. So läuft das hier und es funktioniert ganz wunderbar, ohne Stress und mit viel Spaß.

Entsprechend unproblematisch ist das gemeinschaftliche Wohnen hier. Und das wird auch so bleiben. Warum sollte jeder seine eigene Waschmaschine haben? Ich wasche meine Wäsche ein oder zwei Mal in der Woche. Da darf ich die Maschine eines anderen mitbenutzen. Man teilt sie sich und alle Kosten dafür ebenfalls. Auch eine Wäschespinne ist für alle da. Die Werkstatt wird nicht bloß von mir genutzt und die Fahrradgarage auch nicht. Einen Vorratsraum darf ich im Haupthaus anlegen und wenn mich das Verlangen nach Kartoffelbrei überkommt, darf ich auch mal den Thermomix®* der Nachbarin benutzen. Das funktioniert jetzt schon ganz wunderbar und ich bezweifle, dass sich daran etwas ändert, wenn ich im Mini Tiny House wohne.

Umgekehrt spiele ich das Spiel natürlich auch. Kuchen backen bedeutet immer, dass ein Teil bei den Nachbarn landet. Schnee schippe ich nicht bloß vor meiner Tür, sondern im ganzen Hof, vor dem Haus und auf dem Gehweg. Die Mülltonnen bringt raus, wer gerade zur rechten Zeit daran denkt, und wenn ein Zusteller klingelt, damit ich ein Paket für meine Nachbarn annehme, bringe ich ihnen das sofort rüber. Wir führen getrennte Haushalte, sind aber eben doch eine Gemeinschaft. Ich mache mir keine Sorgen, dass mein Leben auf kleinem Raum diesbezüglich problematisch werden wird. Man muss nur freundlich nachfragen und im Gegenzug selbst etwas anbieten können, dann gibt es zumindest hier keine Probleme und stattdessen noch mehr Gemeinschaft. Das ist genau das, was ich mir wünsche.


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