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Ein Homeoffice im Tiny House

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Was für die meisten Menschen in Deutschland erst seit ein paar Monaten zur Normalität geworden ist, ist für mich schon lange ganz normal. Das Homeoffice. Ich arbeite seit Jahren von zu Hause und über das Internet. Für mich ist es ganz normal, morgens vom Frühstückstisch an den Schreibtisch umzusiedeln, den Rechner hochzufahren und ihn abends wieder auszuschalten. Das soll auch im Tiny House so sein. Ich will weiterhin aus meinen eigenen vier Wände heraus arbeiten. Was in einer großen Wohnung mit eigenem Arbeitszimmer noch ganz einfach ist, wird in einem Tiny House, das nur aus einem Raum besteht, allerdings schwierig. Wie muss ein Homeoffice aussehen, damit man sich dort auch auf kleinstem Raum wohlfühlt und konzentriert arbeiten kann?

Inhaltsverzeichnis

Wohnen und Arbeiten im Homeoffice trennen

Ganz wichtig ist bei der Arbeit im Homeoffice, dass man das Arbeiten vom Wohnen trennt. Das ist nicht immer einfach und auch ich muss nach Jahren sagen, dass es mir nicht immer gelingt. Aber es ist wichtig, um abschalten zu können. Die Arbeit im Homeoffice birgt eine erhöhte Gefahr für ein Burnout. Das gilt besonders, wenn der Chef ständig überprüft, wie der Stand ist und man selbst das Gefühl bekommt, dass es sich zu Hause nicht so gut arbeiten lässt wie im Büro. Um nicht auszubrennen, brauchst du also eine klare Trennung, wie sie im Normalfall jeder Job bietet.

Klare Arbeitszeiten und Pausen

Wochenplan Arbeitszeiten
Bild von Amanda Randolph auf Pixabay

Den ersten Schritt stellen feste Arbeitszeiten dar. Auch wenn es bequem ist, im Homeoffice solltest du nicht erst dann mit der Arbeit beginnen, wenn du Lust dazu hast. Geht es normalerweise um 8 Uhr morgens los, ist das auch im Homeoffice so. Deine Pausenzeiten sollten ebenso festgelegt sein und dann wirklich aus einer Pause bestehen. Leg dich aufs Sofa oder genieße eine Tasse Kaffee auf dem Balkon. Aber setz dich nicht an den Schreibtisch. Auch nicht, wenn der Laptop zugeklappt ist. Und wenn du schließlich fertig bist, hast du Feierabend. Schalte den Rechner aus, schiebe den Stuhl an den Tisch und verlasse deinen Schreibtisch. Der Arbeitstag ist zu Ende, die Freizeit beginnt.

Den Arbeitsbereich nur für die Arbeit nutzen

Deinen Arbeitsplatz solltest du wirklich nur für die Arbeit nutzen. Es ist verlockend, mit dem Laptop auf dem Schoß in der Sonne zu sitzen und draußen zu arbeiten. Wenn dich das erfüllt, dann ist das in Ordnung. Aber an deinem Arbeitsplatz selbst solltest du nichts anderes machen als zu arbeiten. Auch wenn der Schreibtisch schön groß ist, solltest du eben nicht deine Hobbys dort ausüben. Auch nicht in einem Tiny House. Du gehst doch auch nicht ins Büro, wenn du nicht vorhast zu arbeiten, oder? Behandle dein Homeoffice wie deinen normalen Arbeitsplatz. Dort wird gearbeitet, mit den Kollegen gesprochen und sonst gar nichts.

Ein versteckter Arbeitsplatz

Was ebenfalls hilft, damit du richtig abschalten kannst, ist eine eingeschränkte Sicht auf deinen Schreibtisch. Sitzt du auf dem Sofa und kannst deinen Wochenplan an der Wand, den Computer und die Arbeitsordner sehen, fällt es dir bedeutend schwerer, nicht an die Arbeit zu denken. Und das, obwohl du gerade frei hast, eine Pause machst oder krank bist. Versteckst du deinen Arbeitsplatz, sodass du ihn gar nicht sehen kannst, wenn du nicht dort bist, verschwindet die Arbeit nicht nur aus deinem Sichtfeld, sondern immer mehr auch aus deinen Gedanken. Du kannst dazu ein eigenes Arbeitszimmer einrichten oder durch Trennwände oder Regale den Arbeitsbereich geschickt abtrennen.

Konzentration statt Ablenkungen

Achte darauf, dass du dich im Homeoffice konzentrieren kannst. Besonders dann, wenn du in der Wohnung nicht alleine bist, ist das mitunter schwierig. Es müssen klare Regeln gelten, wann du arbeitest und wann nicht. Auch Kinder können sich daran halten, mal für eine Stunde nicht zu stören. Nein, das ist keine Vernachlässigung. Umgekehrt solltest du deine Kinder auch nicht stören, wenn sie ihre Hausaufgaben erledigen oder lernen. Denn jede Störung beeinflusst die Konzentration negativ und wirkt sich auf die Leistungen aus. Lass dich an deinem Schreibtisch also weder von Familienmitgliedern ablenken, noch von einem klingelnden Handy oder einem Objekt, das dir ins Auge sticht. Die Wäsche muss nicht gleich gebügelt werden und sie sollte dich genauso wenig ablenken, wie die Türklingel oder die E-Mails, die du bekommst. Konzentriere dich auf deine Arbeit und halte deinen Schreibtisch sauber und ordentlich. Das bewirkt bereits sehr viel.


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Selbstklebende Schubladen für mehr Ordnung auf dem Schreibtisch im Homeoffice



Das Homeoffice einrichten

Die ersten Anhaltspunkte, wie du dein Homeoffice einrichten solltest, hast du bereits bekommen. Im Tiny House gelten exakt dieselben Regeln. Allerdings ist die Umsetzung aus Platzgründen deutlich schwieriger. Du solltest deswegen bereits bei der Planung deines Häuschens überlegen, ob du ein Homeoffice benötigst und wie du dieses sinnvoll in das Tiny House integrieren kannst.

Ein separates Arbeitszimmer

Grundsätzlich ist ein separates Arbeitszimmer für dein Homeoffice am besten. Natürlich ist das nicht immer möglich. Aber wenn du die Möglichkeit hast, dann nutze sie. Tür zu und Ruhe. Das hilft bei der Konzentration. Und wenn die Arbeit vorbei ist: Tür zu und Feierabend. Ein eigenes Arbeitszimmer, in welchem du wirklich nur arbeitest, ist wie ein gewöhnlicher Arbeitsplatz in einem Unternehmen. Du gehst hin, um zu arbeiten, und heim, wenn du damit fertig bist.

Hast du im Tiny House oder in deiner Wohnung keinen Platz für ein solches Arbeitszimmer, dann kannst du dir mit Abtrennungen behilflich sein. Dadurch entsteht zwar kein Zimmer, aber du grenzt das Homeoffice vom Rest der Wohnung ab. Du erreichst so eine bessere Konzentration bei der Arbeit und kannst leichter abschalten, wenn du damit fertig bist.

Außerdem kannst du eventuell ein kleines Gartenhäuschen zum Homeoffice umbauen, den Keller aufräumen oder einen kleinen Raum anmieten. Natürlich bietet sich nicht immer alles für jeden an. Aber möglicherweise kommt für dich eine dieser Lösungen infrage.

Die passenden Möbel

Schreibtisch im Homeoffice
Bild von Free-Photos auf Pixabay

Es gibt verschiedene Möbel, die besonders für ein Homeoffice sinnvoll sind. Dazu gehören solche, die den Arbeitsplatz verschwinden lassen. Ein Schreibtisch im Schrank, der nur sichtbar ist, wenn der Schrank offen ist, lässt den Arbeitsplatz wie ein separates Arbeitszimmer wirken. Ein Klapptisch, der in der Wand verschwindet und dabei sogar die Arbeitsutensilien versteckt, kann zum Hingucker werden. Und wenn man den Aktenschrank einfach umdrehen kann, sodass keine Akten mehr zu sehen sind, ist das auch nicht die schlechteste Idee. Die Auswahl an gut durchdachten Möbeln für das Homeoffice ist groß. Sieh dir erst mal an, was es alles gibt, und such dir das raus, was dir gefällt und in deinem Tiny House umgesetzt werden kann.

Stilvoll, praktisch und ergonomisch

Was im Homeoffice gerne übersehen wird, ist die Gesundheit. Hier ist noch ein Tisch übrig, der muss als Schreibtisch herhalten. Und dieser alte Stuhl taugt sicher zum Arbeiten. Die Ergonomie sollte an oberster Stelle stehen, wenn du deine Möbel für das Homeoffice auswählst. Sicher, sie sollen schön aussehen, aber das schließt die Ergonomie nicht aus. Ist der Stuhl unbequem, die Lehne zu niedrig oder der Schreibtisch zu hoch, wirst du schon nach wenigen Tagen erste Probleme bekommen. Der Rücken schmerzt, der Kopf pocht und die Konzentration lässt nach. Und das bloß, weil du mehr Wert auf das Aussehen deiner Möbel gelegt hast. Entscheide dich nicht überstürzt für deine Büroeinrichtung, sondern probiere aus und überlege gut. Und miss vorher noch mal nach. Manche Schreibtische sind so schön, dass du sie zwar wirklich gerne haben möchtest, sie aber trotzdem nicht passen. Bevor du dann alles umstellst und rauswirfst, was du eigentlich noch brauchst, miss einfach noch mal kurz nach. Es gibt meistens eine kleinere Version.

Die richtige Beleuchtung für dein Homeoffice

Die Beleuchtung deines Arbeitsplatzes solltest du niemals unterschätzen. Mit schlechtem Licht arbeitet es sich nicht gut. Nicht nur, dass du nicht mehr alles gut erkennen kannst, deine Laune und Motivation sinken ebenso wie deine Konzentration und Leistungsfähigkeit. Am besten ist Tageslicht. Ein Fenster, das du gelegentlich öffnen kannst, ist ideal. Hast du diese Möglichkeit nicht, nutze eine Tageslichtlampe. Damit simulierst du natürliches Licht. Besonders bei schlechtem Wetter oder im Winter sind solche Lampen hilfreich, um die Laune zu heben und die Leistung zu verbessern.

Du brauchst aber auch eine Lampe, die deinen Arbeitsbereich gut ausleuchtet. Kannst du kaum etwas erkennen, ist die Lampe schlecht platziert oder zu dunkel. Richte eine Tischlampe so aus, dass du selbst keine Schatten auf deinen Arbeitsbereich wirfst. Bestens geeignet sind Lampen, die du flexibel bewegen kannst. Nicht immer musst du dieselben Bereiche auf dem Schreibtisch ausleuchten.


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LED-Tageslichtlampe, 10.000 Lux, einstellbar



Mein Homeoffice im Tiny House

In meinem Tiny House spielt die Arbeit eine große Rolle. Wie schon gesagt, ich arbeite ausschließlich im Homeoffice. Entsprechend nehme ich den Arbeitsplatz sehr ernst und plane ihn konsequent mit ein. Ideen habe ich dabei einige, die mir alle gut gefallen. Eine finale Entscheidung ist noch nicht gefallen. Aber trotzdem möchte ich dir ein paar meiner Ideen präsentieren.

Das Klavier im Schreibtisch

Aus Platzgründen kam mir der Gedanke, das Klavier im Schreibtisch zu integrieren. Es handelt sich lediglich um ein E-Piano, welches nicht so viel Platz wegnimmt. Insofern ist es möglich, die Tischplatte über die Klaviatur zu montieren. Diese lässt sich nach oben klappen, sodass ich ein bisschen musizieren kann. Aufpassen muss ich allerdings, dass vom Arbeitsbereich kein Schmutz durch die Ritzen auf die Klaviatur fällt. Sonst macht das Spielen schnell keinen Spaß mehr.

Mein Mikrofon

Was ich für meine Arbeit auch brauche, ist ein Mikrofon. Das kommt aber nur ein- oder zweimal in der Woche zum Einsatz. Damit es nicht im Weg steht und weil es ohnehin flexibel sein muss, montiere ich den Mikrofonarm an der Decke. Brauche ich es, ziehe ich es einfach nach unten. Ansonsten verschwindet es mitsamt dem Lärmabsorber aus meinem Arbeits- und Sichtbereich.

Die Aufbewahrung im Homeoffice

Selbstverständlich muss auch ich einige Sachen im Homeoffice aufbewahren. Um Schränke und Regale komme ich nicht herum. Ein paar Regale über dem Schreibtisch sollten schon genügen, um die Handvoll Ordner, die ich brauche, wegzupacken. Dazu noch ein Drucker, ein paar Festplatten und diverse Kleinteile. Ein Planer muss an die Wand und ein bisschen Grün ist auch nicht verkehrt.

Der (schicke) Hintergrund

Pflanzen als Raumtrenner
Bild von Ylanite Koppens auf Pixabay

Weil es bei Videokonferenzen einfach nicht so schön ist, wenn der Hintergrund das Bügelbrett zeigt oder die Sonne von hinten das Gesicht beschattet, soll hinter den Schreibtisch ein halbhohes Regal. Darauf kommen Pflanzen. Ein grüner Raumtrenner, der unten funktional ist und oben gut aussieht, die Luft reinigt und die Natur in das Tiny House bringt. Also all das, was ich so gerne mag.

Wenn schon Homeoffice, dann richtig

Ein Homeoffice ist super, wenn man sich dort wohlfühlt und produktiv sein kann. Du selbst kannst das durch die richtige Einrichtung unterstützen. Setze nicht auf irgendwelche Möbel, sondern greife zu denen, die dich gesund arbeiten lassen. Sie sollen dir gefallen und dir die Arbeit ermöglichen. Rückenschmerzen dürfen sie nicht verursachen.

Außerdem brauchst du klare Arbeitszeiten und Regeln, damit dich niemand in deiner Konzentration stört. Trenne das Wohnen vom Arbeiten so gut es geht ab, um wirklich durchatmen und entspannen zu können, wenn du frei hast. Das beugt einem Burnout vor. Setze auf ein separates Arbeitszimmer, vielleicht sogar in einem anderen Gebäude, wenn es dir schwerfällt, abzuschalten oder konzentriert zu arbeiten. Und lass dich auch in einem Tiny House nicht davon abbringen, ein Homeoffice einzurichten, das weder am Küchentisch, noch auf dem Sofa stationiert ist. Es ist möglich, auf kleinem Raum zu arbeiten und zu wohnen. Am besten planst du das von Beginn an mit ein.

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