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Die Sache mit dem Loft

Ein Tiny House hat klassischerweise ein Schlafloft. Das ist ein Zwischenboden, der in einem Tiny House aber eine zweite Etage mit einem Zimmer darstellt. In der Regel befindet sich dort das Schlafzimmer, bestehend aus einer Matratze und vielleicht noch ein wenig Stauraum. Oftmals gibt es auch Lofts zur Aufbewahrung. So oder so, das Loft ist oben. Darunter liegen weitere Räume und Wohnbereiche.

Wenig Freiheit schränkt nicht ein

Ich muss sagen, Schlaflofts gefallen mir ausgesprochen gut. Als Kind hat mir mein Vater einmal ein Hochbett mit darunterliegender Höhle gebaut. Ich fand es klasse! Zwischenzeitlich habe ich viele verschiedene Schlafstätten gehabt und eine davon habe ich als besonders gemütlich empfunden. Ich habe eine zeitlang unter dem Tisch geschlafen. Das hört sich sehr merkwürdig an, allerdings hatte ich meine Regale zu einem U angeordnet und in der Mitte einen Tisch platziert. Darunter entstand eine Art Höhle, in welche ich das Kopfende meiner Matratze geschoben habe. Ich war von fünf Seiten umschlossen und lediglich meine untere Hälfte lag frei im Raum. Das war ein wirklich angenehmes Schlafgefühl. Ich musste bloß aufpassen, mir meinen Kopf nicht an der Tischplatte zu stoßen.

Seit diesem Schlafexperiment ist mir bewusst geworden, dass es für mich ziemlich unsinnig ist, über dem Kopf viel Freiraum zu haben. Den nutzt man ja nicht, wenn man im Bett liegt. Es sei denn natürlich, man springt auf dem Bett umher. Dafür bin ich allerdings schon ein wenig alt. Heute schlafe ich unter der Dachschräge und fühle mich dort wiederum sehr wohl. Das Bettenmachen ist allerdings etwas mühsam, da ich mir ständig den Kopf, Hände und Füße dabei anschlage. Ansonsten mag ich es aber, wie in einer Höhle zu liegen und nicht durch einen Großteil des Raumes über mir blicken zu müssen.

Leiter oder Treppe?

Bei Schlaflofts in Tiny Houses* gibt es nun eine Sache, die mich stört. Es ist die Art, wie man dorthin kommt. Logischerweise liegt das Loft ja oben, also über anderen Wohnbereichen. Um dorthin zu kommen, benutzen die meisten Tiny House Bewohner eine platzsparende Leiter. Für mich käme das nicht infrage. Nicht nur, weil so mein Hund nicht mit mir nach oben kommen könnte, sondern auch, weil ich nicht schlaftrunken nachts auf dem Weg zur Toilette die Leiter runterfallen will. Was dies betrifft habe ich einen gewissen Hang zur Tollpatschigkeit. Ich würde mein Schlafloft deswegen mit einer platzsparenden Treppe mit Stauraum versehen. Das löst das Problem der Leiter und des Stauraums. Es schafft jedoch ein ganz neues Problem. Die Treppe braucht viel mehr Platz. Platz, den ich in meinem Mini Tiny House nicht habe.

Mein Mini Tiny House wird wirklich klein, denn die gesetzlichen Vorschriften machen dies erforderlich. Bei maximal 40 m3 habe ich wenig Spielraum und mir bleiben am Ende nur etwa 12 m2 Wohnfläche. Das gesamte Haus kann dabei nicht höher als 3 m sein, sonst übersteige ich die 40 m3. Aufgrund der erforderlichen Dachdämmung sinkt der Platz nach oben hin rapide und ein Loft ist schlichtweg nicht realisierbar. Wenn überhaupt, kann ich hier und da kleine Nischen zur Aufbewahrung schaffen, die dann aber vermutlich eher Regalen ähneln, denn natürlich ist auch hier nach oben hin nicht mehr Platz als in einem potenziellen Loft.

Kein Loft für das Mini Tiny House

Wo also schlafe ich dann? Ich habe jahrelang ein ausziehbares Sofa als Sofa und Bett genutzt und es sehr genossen. Und darauf werde ich in meinem Mini Tiny House auch wieder zurückgreifen. Mich stört es nicht, mein Bett errichten und wieder abbauen zu müssen. Mit ein wenig Übung dauert das nicht länger als das eigentliche Bettenmachen. Zusätzlich entsteht so unter dem Bett/Sofa ein wenig Stauraum, der üblicherweise unter einem Bett im Loft fehlt. Mich stört diese Lösung keineswegs, auch wenn es viele Tiny House Bewohner gibt, die exakt darauf verzichten möchten, weil sie nicht jeden Tag ihr Bett errichten und abbauen möchten. Ich habe hingegen weder ein Problem damit, noch eine Wahl.

Der einzige Nachteil, der durch diese Lösung für mich entsteht, ist der, dass ich immer einen gewissen Fußbodenbereich freilassen muss. Natürlich kann ich tagsüber dort etwas aufstellen, sobald ich jedoch mein Bett mache, muss dieser Bereich frei sein. Das schränkt die Position einiger Möbel stark ein, sollte jedoch dennoch machbar sein. Je nach Standort kann es so notwendig werden, dass ich vor dem Schlafengehen beispielsweise den Tisch wegklappen oder den Stuhl zur Seite schieben muss. Größere Hürden sind allerdings nicht zu erwarten.

Ich muss zugeben, ein wenig schade finde ich es schon, auf ein Schlafloft verzichten zu müssen. Allein schon das Flair, welches in einem Tiny House durch eine zweite Etage entsteht, geht mir dabei verloren. Aber bei den immensen Einschränkungen, die ich eben habe, bleibt mir nichts anderes übrig. Und ich muss sagen, es ist ein Kompromiss, mit dem ich wirklich gut leben kann.


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