· 

Kildwick EasyLoo – Erste Eindrücke von meiner Trockentrenntoilette

Ich habe die Sache mit der Toilette bereits angesprochen. In meinem Tiny House soll es kein Klo mit Wasserspülung geben, sondern eine Trockentrenntoilette. Also ein WC, bei dem man seine Hinterlassenschaften kompostieren kann. Weil ich mir aber nicht zu 100 % sicher war, ob das wirklich etwas für mich ist, habe ich mir gut ein Jahr vor dem Baubeginn eine solche Toilette zugelegt, um sie rechtzeitig zu testen. Nicht, dass ich damit nicht klarkomme und dann im Tiny House keinen entsprechenden Abwasseranschluss habe …

Das Kildwick Easy Loo

Ich habe mich bei meiner Trockentrenntoilette für das EasyLoo von Kildwick* entschieden. Damit ich auch selbst meinen Beitrag leisten kann, und weil das günstiger war, habe ich den Bausatz gewählt. Ein bisschen Aufbauspaß will ich schließlich haben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Bestellprozess (Bezahloptionen konnten nicht gewählt werden) und den widersprüchlichen Hinweisen, dass der Bausatz lieferbar und gleichzeitig nicht lieferbar sei, wurde das stille Örtchen noch am selben Abend für den Versand vorbereitet und traf kurz darauf bei mir ein.

Der Hauptgrund, warum ich mich für ein Modell von Kildwick entschieden habe, war der Preis. Für EUR 299,00 konnte ich online keinen anderen vollständigen Bausatz finden. Auf die Maße habe ich dabei weniger Rücksicht genommen, was bei einem Tiny House allerdings keine gute Idee ist. Aber so riesig ist das Klo jetzt nicht, dass ich mir wirklich Sorgen machen müsste, es nicht unterzukriegen.

 

Weil ich für den Anfang einfach mal dem Hersteller Glauben schenken wollte, habe ich zusätzlich zum Bausatz auch noch ein paar kompostierbare Tüten für den Feststoffbehälter sowie Einstreu (Miscanthus-Streu)* bestellt. Ich wollte ohnehin verschiedene Einstreu ausprobieren und dieses China-Schilf kann ich im Grunde auch als Sichtschutz anpflanzen und mein Einstreu selbst herstellen. Also warum nicht?

Ein Paket voller Überraschungen

Das Paket von Kildwick hat mich dann zunächst ziemlich überrascht. Neben meiner Bestellung gab es noch eine weitere Rolle kompostierbarer Tüten*, eine Rolle Toilettenpapier – braucht man natürlich unbedingt – und eine schicke Stofftasche dazu. Sehr praktisch.

Gleich danach musste ich jedoch ein wenig vor mich hinfluchen. Klar, unbehandeltes Birkensperrholz riecht eben nach Holz. Grundsätzlich mag ich das sehr, aber dieser Geruch war recht intensiv und hat sich auch zwei Tage im Badezimmer und Flur gehalten, da ich die Tür nicht schließen wollte. Nach dem Ölen des Holzes wurde dieser Geruch jedoch schwächer. Stattdessen kam der Geruch der Einstreu dazu. Der ist unbeschreiblich. An sich nicht schlecht, aber eben doch intensiv. Ich mag es etwas dezenter. Aber auch das scheint sich nach weiteren zwei Tagen und einem Deckel auf dem Behälter für das Einstreu gebessert zu haben.

Kildwick versus IKEA

Ich baue gerne. Und deswegen mag ich auch Bausätze. Meine Bausatzausbildung habe ich bei LEGO® und IKEA gemacht. Entsprechend war ich nicht ganz auf das vorbereitet, was Kildwick von mir erwartet hat. Machen wir es kurz: Ich bevorzuge Schrauben, Kildwick mag Nägel. Das ist beim Aufbau deutlich lauter und auch nicht ganz so simpel, wie vom Hersteller dargestellt. Denn die Nägel einfach in die vorgebohrten Löcher zu stecken und sie dann automatisch gerade einzuschlagen, funktioniert nicht wirklich. Jedenfalls verstehe ich unter „gerade“ und „automatisch“ etwas anderes.

Holzleim* ist auch eher mein Feind und nicht unbedingt mein Freund. Ich fand es nett, dass man zu Beginn der Anleitung darauf hingewiesen wird, den Leim nur in die Vertiefungen und nicht auf die Erhöhungen der einzelnen Teile setzen zu müssen. Ich hätte es noch netter gefunden, wenn beim letzten Teil zusätzlich der Hinweis gestanden hätte, dass hier zwei Vertiefungen leimfrei bleiben müssen, da sie als Aussparungen für die Scharniere des Trenneinsatzes fungieren. Gut, dass man den Leim mit einem feuchten Tuch abwischen kann. Blöd, dass er dann in den Ecken kleben bleibt.

Das hat sich auch bei den Abstandshaltern für die beiden Behälter bemerkbar gemacht. Für die große Holzkiste gab es nur wenige Möglichkeiten, die Seiten zu verwechseln. Bei den Abstandshaltern jedoch hätte ich besser aufpassen sollen. Statt zwei spiegelverkehrte habe ich zwei identische zusammengebaut. Dem Leim und den Nägeln sei Dank, wird sich daran wohl auch nichts mehr ändern. Gut, dass ich sie nicht brauche, da meine Toilette nicht durch die Welt reisen soll. Ärgerlich, dass ein entsprechender Hinweis fehlt.

Kurz gesagt, ich bevorzuge bei Bausätzen IKEA und LEGO®, aber die Toilette steht und ist bisher nicht zusammengefallen. Sie macht auch nicht den Eindruck, als ob das in absehbarer Zeit passieren würde.

Die ersten Nutzungsversuche

Ich liebe die Bambusklobrille* jetzt schon! Sie ist angenehm, fühlt sich nicht kalt an, wenn man drauf sitzt, man bekommt aber auch keine heißen Oberschenkel, wenn es mal länger dauert. Auch ansonsten gefällt mir mein neues Klo optisch sehr gut. Vor allem, dass der Trenneinsatz in die Auffangbehälter hineinragt und somit alles, was eventuell davon nach unten tropft, auch wirklich im Behälter und nicht in der Holzbox landet, finde ich gut durchdacht.

Etwas hakelig ist die tatsächliche Nutzung für mich. Ich bin nicht ganz so groß geraten, weswegen ich nicht wie gewohnt einfach hinsitzen kann. Für das kleine Geschäft muss ich weiter nach vorne, da es sonst im Feststoffbehälter landet. Für das große Geschäft muss ich weiter nach hinten rücken, sonst … Naja, dürfte klar sein, was beim ersten Mal passiert ist.

 

Ich bin allerdings sehr zuversichtlich, dass ich mich daran schnell gewöhne. Das scheine ich bereits jetzt, nach wenigen Tagen der Nutzung getan zu haben. Bloß dass ich das Klopapier extra nach hinten in den Feststoffbehälter werfen muss, klappt nicht immer auf Anhieb. Einfach vorne fallen lassen, ist schneller erledigt. Aber auch das bekomme ich hin.

Ein Wort zum Geruch

Die wichtigste aller Fragen beim Thema Kompostklo ist immer die nach dem Geruch. Tatsächlich kann ich wenig dazu sagen, da mein Badezimmer noch immer nach frischem Holz und Eintreu riecht. Aber ich meine beim Hinsitzen kurzzeitig auch noch andere Dinge gerochen zu haben. Nicht sehr intensiv und schon gar nicht so, dass man das ganze Badezimmer absperren müsste, aber eben doch ein kleines bisschen. Ob es so wenig bleibt oder ob die übrigen Gerüche einfach bloß alles übertönen, wird die Zeit zeigen. Für’s Erste bin ich vom Ergebnis schon recht gut überzeugt. Die Gewöhnung muss den Rest regeln.


*Bei diesen Links handelt es sich um Affiliate-Links von kildwick.com*.

Dieser Beitrag wurde nicht von Kildwick unterstützt. Bei den Schilderungen handelt es sich um meine Erfahrungen und meine persönliche Meinung.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0