· 

Kildwick EasyLoo – Zwischenfazit nach 3 Monaten mit der Trockentrenntoilette

Es sind in der Zwischenzeit drei Monate ins Land gezogen, seit ich die Trockentrennoilette EasyLoo von Kildwick in Betrieb genommen habe. Seither benutze ich sie fast ausschließlich. Lediglich nachts, wenn mir der Weg dorthin zu weit ist, bekommt mein Gäste-WC mich zu Gesicht. Und nach drei Monaten würde ich sagen, ist es Zeit für ein erstes Zwischenfazit. Erfahrungen habe ich bereits einige gesammelt. Und sie waren nicht alle schön.

Inhaltsverzeichnis

Die Funktionsweise kurz erklärt

Für alle, die keine Ahnung haben, was das Kildwick EasyLoo* ausmacht, will ich die Funktionsweise eben erklären. Es handelt sich um eine Trockentrenntoilette. Trocken, weil sie 1. ohne eine Wasserspülung auskommt, und 2. Urin und Fäkalien voneinander getrennt werden, sodass das Braune trocken bleibt. Das verhindert zu einem großen Teil unangenehme Gerüche. Sowohl der Urin, als auch die Fäkalien werden in jeweils einem Behälter aufgefangen. Im Fall des EasyLoos sind dies ein Kanister für den Urin und ein Eimer für die Feststoffe. Beide müssen regelmäßig geleert werden. Den Urin kann man über die Kanalisation entsorgen, die Feststoffe über den Hausmüll oder den Kompost.

Der Aufbau und die ersten Eindrücke

Meine ersten Eindrücke habe ich bereits in einem anderen Beitrag geschildert. Die Kurzversion davon sieht folgendermaßen aus. Der Aufbau war ein wenig hakelig, das EasyLoo ist aber bisher nicht zusammengefallen. Am schlimmsten fand ich den intensiven Geruch nach Sperrholz, der sich einige Tage im Badezimmer gehalten hat und den man auch nach wie vor wahrnehmen kann. Er ist aber nicht mehr so extrem.

Ich habe zum Schutz die Trockentrenntoilette nach dem Aufbau mit gewöhnlichem Leinöl aus der Küche eingeölt. Dies schützt das Holz, ohne es nachhaltig zu verändern. So bleibe ich für mein Tiny House flexibel, wenn ich dann weiß, ob ich das Kildwick EasyLoo dort nutzen möchte und wie es bis dahin aussehen soll.

Das Aussehen des Holzkistenklos

Kildwick EasyLoo Trockentrenntoilette
Bild von Fotohaus Klinger und Kildwick/Perato GmbH

Rein optisch muss ich sagen, dass mir das EasyLoo von Kildwick nicht besonders gefällt. Die eckige Form ist bei einer Toilette einfach gewöhnungsbedürftig. Auch die spitzen Ecken, an denen ich mich schon mehrfach gestoßen und verletzt habe, sind nicht ideal. Aber letztlich ist das Klo wirklich funktional. Kildwick bietet noch andere, schönere Toiletten an, die zwar alle ebenfalls eckig sind, aber eleganter aussehen. Das lässt sich bedingt auch für das Easy Loo erreichen, denn in der Gestaltung ist man ziemlich frei. Ich habe darauf aber bisher verzichtet.

Gut gefällt mir das Birkensperrholz. Es wirkt natürlich und gut verarbeitet. Auch die Bambusklobrille* passt gut dazu und ist noch dazu echt angenehm an den Oberschenkeln. In der Toilettenbox ist es durch das helle Holz ebenfalls hell genug, um Verschmutzungen gut erkennen zu können. Das sollte man nicht unterschätzen.

Der Vorteil an dieser Version einer Trockentrenntoilette ist ganz klar der, dass man durch die Klobrille sofort versteht, worum es sich handelt. Beim MiniLoo* oder FancyLoo* ist das anders. Besucher, die die Toilette benutzen wollen, finden sie womöglich nicht auf Anhieb. Stattdessen kann man das WC aber auch einfach als Hocker nutzen, ohne dass dem Gast bewusst ist, wo er gerade sitzt. Ob das Freundschaften schafft oder beendet, bleibt offen.

Die Gewöhnungsphase ist gewöhnungsbedürftig

Es hat zwei Wochen gedauert, bis ich mich an die neue Toilette gewöhnt habe. Der Weg ins richtige Badezimmer, war dabei weniger das Problem. Die Trockentrenntoilette steht neben der gewöhnlichen Toilette im Badezimmer. Aber es gibt in meiner Wohnung auch ein Gäste-WC. Ich habe den Weg zum EasyLoo von Kildwick fast von alleine eingeschlagen. Bloß nachts spare ich mir die Treppe. Da bin ich froh, wenn ich schnell wieder im Bett liege.

Viel gewöhnungsbedürftiger war die Benutzung. Nicht zu spülen, hatte ich sofort kapiert und es gefällt mir. Ich vergesse das auch nicht, wenn ich gelegentlich mal auf einem anderen WC war. Aber dass das Toilettenpapier nach hinten muss, das klappt bis heute nicht immer. Die Bewegung ist zwar automatisiert, aber das Papier fällt manchmal eben doch in den Trenneinsatz und nicht in den Eimer.

Richtig schwierig fand ich das Treffen. Pinkeln klappt. Das landet vorne im Trenneinsatz und dann im Kanister. Aber das große Geschäft, das hat mich ein wenig Zeit gekostet. Erst nach zwei Wochen wusste ich, wie ich sicher zielen kann. Mit dem Hintern ganz nach hinten auf die Klobrille, sodass das Steißbein anstößt. Dann nach vorne beugen und tun, was getan werden muss. Das Beugen nach vorne ist dabei entscheidend, gleichzeitig aber manchmal etwas hinderlich bei der Erledigung. Mag sein, dass das Problem nur bei kleinen Menschen besteht. Wer größer ist, füllt unter Umständen die gesamte Klobrille aus. Ich nicht. Sitze ich zu weit vorne, landet alles im Trenneinsatz. Sitze ich zu weit hinten, nimmt der Eimer alles auf. Bis zu dieser Erkenntnis war die Benutzung ein eher unangenehmes Abenteuer.

Die richtige Benutzung einer Trockentrenntoilette

Nachdem ich rausgefunden habe, wie ich die Trockentrenntoilette nutzen muss, damit alles gut geht, konnte ich sie entspannt nutzen. Hinsetzen, die richtige Position je nach Geschäft einnehmen und warten, bis man fertig ist. Abwischen, das Toilettenpapier mehr oder weniger zielsicher in den Eimer werfen, aufstehen, ein bisschen Einstreu drüber, Deckel zu (ganz wichtig!), Hände waschen und fertig. Oh, und je nachdem vielleicht das Fenster aufmachen. Wegen dem Haussegen.

Stinkt’s oder stinkt’s nicht?

Kildwick EasyLoo Innenansicht
Kildwick EasyLoo Innenansicht

Die wichtigste Frage, die sich wirklich jeder stellt, der mit dem Gedanken spielt, sich eine Trockentrenntoilette oder sogar eine Komposttoilette anzuschaffen, ist die nach dem Geruch. Es erscheint völlig logisch, dass solch ein Klo stinken muss. Darum haben sie doch auch alle einen Lüfter*, um den Gestank nach draußen zu leiten. Ich nutze keinen Lüfter und bin damit nicht alleine. Und nein, es stinkt nicht. Es duftet aber auch nicht nach Rosen.

Selbstverständlich riecht man das große Geschäft. Das lässt sich auf keiner Toilette verhindern und hier hilft nur konsequentes Lüften oder ein Raumspray.

Ich habe aus purer Neugierde mal den ultimativen Test gemacht. Bei geschlossener Tür und geschlossenem Fenster habe ich eine Stinkbombe in den Feststoffbehälter gelegt. Ein bisschen Eintreu drüber, den Klodeckel zu und dann das Badezimmer verlassen und ohne zu lüften die Tür verschlossen. Eine halbe Stunde später konnte ich das Bad ohne Geruchsbelästigung betreten. Erst als ich den Klodeckel gehoben habe, wusste ich wieder, was ich kurz zuvor angerichtet hatte. Ja, wenn man seine Nase ins Klo hängt, dann riecht man, was sich darin befindet. Das ist auch bei Trockentrenntoiletten mit Lüfter der Fall. Aber wer macht das schon? Ich hatte bisher nie das Problem, nach einem erledigten großen Geschäft stärker olfaktorisch geplagt zu sein als bei einem gewöhnlichen WC. Es stinkt eben, wenn man das große Geschäft erledigt. Was die einen via Wasserspülung regeln, regeln andere mit einem Lüfter oder ein bisschen Einstreu.

Die richtige Einstreu

Über die Einstreumethoden könnte man wohl ganze Bücher schreiben. Terra Preta, gewöhnliche Erde, Rindenmulch, Kleintiereinstreu, Holzspäne und was weiß ich nicht alles kommt infrage. Ich persönlich nutze eine Mischung aus Miscanthus, das von Kildwick* direkt angeboten wird und kurz nach dem Öffnen der Packung unglaublich stinkt, und gewöhnlichem Kleintiereinstreu von einer bekannten Drogeriekette. Ob ich das Miscanthus erneut kaufen würde, weiß ich nicht. Es erfüllt zwar seinen Zweck, die gewöhnliche Einstreu für Nagetiere tut das aber auch – und kostet weniger. Die Mischung nutze ich, weil ich den Geruch vom Miscanthus eher unangenehm finde.

Wichtig ist, dass im Feststoffbehälter* erst eine Lage Einstreu zu finden ist und jedes große Geschäft und gelegentlich auch das Toilettenpapier mit Einstreu bedeckt wird. Das ist es, was die Gerüche bindet und die Hinterlassenschaften austrocknet. Bei der Einstreu sollte man also nicht knauserig sein.

Die Einstreu hat aber auch ein großes Problem. Wenn ich meine Hinterlassenschaften bedecken will, muss ich die Einstreu vor dem Toilettenpapier in den Feststoffbehälter werfen. Solange ich sitze, kann ich nicht sehen, wohin ich werfen muss. Bevor ich meinen Hintern abgewischt habe, stehe ich aber normalerweise nicht auf. Meistens muss ich nach dem Abwischen und Aufstehen dann das Toilettenpapier zur Seite schieben, damit ich überhaupt sehen kann, wo die Einstreu landen muss. Ich fürchte allerdings, dieses Problem kann keine Trockentrenntoilette lösen.

Das EasyLoo von Kildwick reinigen

Wenn es um die Reinigung einer Trockentrenntoilette geht, rümpfen viele Menschen die Nase. Ich muss sagen, das ist für mich ebenfalls der unangenehmste Teil. Und das wiederum sehe ich als gute Nachricht an. Denn die Benutzung ist eben kein Problem. Und die Reinigung auch nicht wirklich, wenn man die richtige Technik für sich gefunden hat.

Ich entleere den Feststoffbehälter* alle zwei Wochen. Dann ist er voll. Anfangs habe ich die kompostierbaren Tüten von Kildwick benutzt, musste aber feststellen, dass diese sich wirklich schon innerhalb dieser zwei Wochen zersetzen. Das ist super für alle, die ihre Hinterlassenschaften kompostieren wollen. In der Zukunft werde ich also vermutlich darauf zurückkommen. Aktuell kompostiere ich aber nicht, sondern werfe den Sack in die Restmülltonne. Und hier empfinde ich es als eher unangenehm, wenn vier Wochen lang diese eine Tüte kompostiert und der Inhalt in der Tonne landet, die nicht nur ich nutze. Deswegen bin ich für’s Erste zu gewöhnlichen Mülltüten in schwarz übergegangen, die zumindest aus recycelten Materialien bestehen. Das ist in meinem Fall die bessere Wahl.

Nach der Entsorgung der Tüte sprühe ich den Eimer mit einer Mischung aus Wasser und Zitronensäure ein und reibe ihn aus. Dann kommt eine neue Tüte rein und der Eimer landet wieder in der Holzbox.

Den Urinkanister* leere ich täglich, spätestens jeden zweiten Tag. Meiner Erfahrung nach ist der Geruch spätestens nach zwei Tagen recht unangenehm, deswegen entleere ich lieber täglich. Dies geschieht über die normale Toilette. Deckel auf den Kanister, kurz schütteln, den Kanister ausleeren. Ein bisschen Zitronensäurepulver hineingeben, kaltes Wasser dazu, Deckel drauf, schütteln, ausleeren und alles wieder in die Holzkiste stellen. Einmal wöchentlich reinige ich den Urinkanister gründlich von innen. Auch hierfür nutze ich Zitronensäure und reibe ihn dann einfach mit einem Tuch sauber. Durch die große Öffnung geht das problemlos.

Womit ich bisher glücklicherweise noch keine Erfahrungen machen musste, sind Fliegen. Bisher hat sich erst ein einziges Mal ein Tierchen ins Badezimmer verirrt und es war am Klo interessiert. Frag mich aber nicht, wo es hin ist. Ich habe es nicht wiedergesehen. Allerdings ist bei mir bisher auch noch kein Sommer angekommen. Mein Plan ist es, mit Rindenmulch zu arbeiten. Den meiden Fliegen in der Regel. Auch manche Menschen mögen diesen Geruch nicht. Ich schon. Einfach ein bisschen Rindenmulch in die Einstreu geben und das Problem Fliegen sollte sich von selbst erledigen. So ist zumindest der Plan. Notfalls muss ich einen fliegensicheren Überwurf über die Toilette stülpen. Denn Fliegen am Po will ich wirklich nicht. Bäh.

Pro und Contra

Das gefällt mir gut

Das Kildwick EasyLoo ist sehr günstig.

 

Eine Trockentrenntoilette dieser Art ist ausgesprochen umweltfreundlich und spart viel kostbares Trinkwasser.

 

Die grundsätzliche Handhabung, wenn man sich daran gewöhnt hat, ist wirklich gut.

 

Die Bambusklobrille* ist echt super bequem.

Das gefällt mir nicht gut

Die Form ist gewöhnungsbedürftig.

 

Die häufige Entleerung des Urinkanisters ist etwas nervig.

 

Die Einstreu* blind an die richtige Stelle werfen, will mir nicht immer gelingen.

 

Urin- und Blutstropfen sind im weißen Trenneinsatz sichtbar.


Viel besser als eine Wasserspülung!

Nach drei Monaten kann ich vor allem ein Fazit ziehen: Ich hätte mir schon viel früher einer Trockentrenntoilette zulegen sollen. Ja, die Reinigung ist anfangs ein wenig unangenehm und man muss manche Dinge einfach ausprobieren, bis man mit dieser Art des WCs klarkommt. Aber dann ist das echt super! Es spart so viel Wasser, man kann sowohl den Urin als auch die Fäkalien kompostieren beziehungsweise als Dünger verwenden, und wohin man das Klo stellt, spielt überhaupt keine Rolle. Es braucht keinerlei Anschlüsse. Die Küche würde ich aber nicht empfehlen. Denn große Geschäfte stinken eben. Andererseits riecht es in der Küche gut und das könnte den Gestank übertrumpfen. Könnte. Ich will das jetzt nicht ausprobieren. Mach doch selbst den Test. Ich kann das Konzept der Trockentrenntoilette nur empfehlen. Und für Skeptiker ist das EasyLoo von Kildwick eine günstige und flexible Einstiegsmöglichkeit.


*Bei diesen Links handelt es sich um Affiliate-Links zu kildwick.com*.

Dieser Beitrag wurde nicht von Kildwick unterstützt. Bei den Schilderungen handelt es sich um meine Erfahrungen und meine persönliche Meinung.

Inhalte von Powr.io werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell und Marketing), um den Cookie-Richtlinien von Powr.io zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Powr.io-Datenschutzerklärung.

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Yvonne (Sonntag, 04 Juli 2021 12:18)

    Hallo,
    das Klo hast du super beschrieben, stimme dir bei allem zu.
    Könntest du mir bitte sagen welche Müllbeutel du nimmst, ich habe noch keine passende gefunden und die von kildwick mag ich auch nicht . Liebe Grüße Yvonne

  • #2

    Miriam (Mini Tiny House) (Sonntag, 04 Juli 2021 16:50)

    Hallo Yvonne,

    vielen Dank für deinen Beitrag.

    Ich nutze die Öko-Beutel von Swirl mit Zugband. Diese bestehen aus 95 % recyceltem Material und ich finde, sie passen super. Einziger Haken: Damit du sie oben über den Rand des Eimers bekommst, musst du die 35 l-Müllbeutel kaufen, die du dann nicht voll machen kannst, weil sie zu groß sind. Aber das Problem hatte ich bei den Beuteln von Kildwick auch.

    Viele Grüße

    Miriam

  • #3

    Yvonne (Sonntag, 04 Juli 2021 17:48)

    Vielen Dank Miriam. Du hast mir sehr weiter geholfen.
    Liebe Grüße Yvonne