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Ist ein Tiny House klimafreundlich?

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Tiny Houses werden gerne als umweltfreundlich dargestellt, ihre Klimafreundlichkeit wird hervorgehoben, und der geringere CO2-Ausstoß aufgrund der kleineren Wohnfläche wird haushoch gelobt. Tatsächlich sind die meisten Tiny Houses aber alles andere als klimafreundlich. Besonders in den USA, wo der Trend herkommt, gibt es kaum Regeln, die umweltfreundliches Bauen festlegen. In Deutschland, worauf sich dieser Artikel bezieht, ist das zwar deutlich besser, doch es gibt etliche Punkte, die du unbedingt beachten musst, wenn dir dein ökologischer Fußabdruck wichtig ist.

Inhaltsverzeichnis

Autark leben in Deutschland

In Deutschland ist es nahezu unmöglich, autark zu leben. Das liegt daran, dass ein bewohntes Gebäude an das Versorgungsnetz angeschlossen werden muss. Dazu gehört in erster Linie das Wasser und Abwasser. Um die „Volksgesundheit“ aufrecht zu erhalten, ist es nicht gestattet, Regenwasser, Flusswasser oder ähnliches Wasser, welches sowieso gleich neben dem Tiny House zu finden ist, zu nutzen, um es zu trinken, oder damit zu duschen oder zu baden. Blumen darfst du damit gießen, putzen ist auch noch in Ordnung. Aber dein Trinkwasser muss der Standardqualität von Leitungswasser entsprechen. Die einfachste Lösung ist dabei, an das allgemeine Versorgungsnetz angeschlossen zu sein.

Beim Abwasser ist es im Grunde gleich. Du kannst zwar eine eigene Kläranlage errichten und dein Abwasser dorthin leiten, doch dafür brauchst du eine Genehmigung und die Auflagen dafür sind ausgesprochen hoch.

Einfacher ist das autarke Leben in Bezug auf das Heizen und den Strom. Einen Holzofen musst du bloß mit Holz füttern, brauchst kein Öl, kein Gas oder Ähnliches. Ein eigener Wald reicht schon. Und wenn du das nicht hast, bekommst du Holz noch immer recht günstig und ohne Knappheit.

Photovoltaik auf dem Dach
Bild von moerschy auf Pixabay

Und auch beim Strom darfst du frei von offiziellen Anbietern sein. Du musst keinen Strom kaufen, sondern kannst über eine Photovoltaikanlage oder ähnliche alternative Energieformen, deinen eigenen Strom erzeugen. In der Praxis reicht dieser Strom aber meistens nicht aus, um alle Geräte zu betreiben, weswegen sich die meisten Bewohner zusätzlich zur Photovoltaikanlage für einen Stromanbieter entscheiden, der bei Engpässen den Strom über das Stromnetz liefert.

Strom

In Deutschland hast du selbst bei Tiny Houses viele sehr verschiedene Möglichkeiten, um deinen eigenen Strom zu erzeugen. Welche davon für dich persönlich die beste ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn auch wenn besonders Photovoltaikanlagen auf Hausdächern beliebt sind, so brauchst du dafür einen guten Standort. Manchmal sind andere Möglichkeiten der Stromgewinnung die bessere Wahl.

Solar, Wind, Wasser

Photovoltaikanlagen sind sehr weit verbreitet und recht flexibel einsetzbar. Auf dem Dach, an der Hauswand, am Balkon, im Garten oder sogar auf dem Boden können sie errichtet werden. Gleichzeitig nehmen sie wenig Platz weg und sind gerade im Süden Deutschlands ausgesprochen effizient. Voraussetzung dafür ist eine effiziente Südausrichtung der Module, denn nur dann bringen sie den höchsten Ertrag. Auch eine West- oder Ostausrichtung kann noch viel bewirken. Norden hingegen bietet sich aufgrund der geringen Sonneneinstrahlung nicht an.


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Windkraftanlagen müssen nicht immer riesig sein. Sicher, die großen Anlagen erzeugen sehr viel Strom, doch auch kleinere Anlagen sind für Privathaushalte geeignet. Voraussetzung ist natürlich, dass genügend Wind weht, der gleichzeitig nicht zu stark ist. Besonders im Norden Deutschlands lässt sich so Strom erzeugen.

Und wenn du nahe am Wasser baust, kannst du vielleicht über ein eigenes kleines Wasserwerk deinen Strom erzeugen. Diese kleinen Stromerzeuger sind nicht sehr weit verbreitet, funktionieren aber trotzdem. Hier spielt die Tiefe des Gewässers und die Fließgeschwindigkeit, vor allem aber der Naturschutz eine große Rolle.

In allen Fällen gilt, dass du dich beraten lassen solltest oder gar musst. Eine Installation durch eine entsprechende Firma ist sinnvoll, auch wenn dies mit höheren Kosten verbunden ist. Besonders dann, wenn du Zuschüsse beantragen möchtest, kann die fachmännische Installation sogar erforderlich sein.

Speicher und Zukauf

Damit dein selbst erzeugter Strom auch von dir genutzt werden kann, ist es hilfreich, wenn du einen Stromspeicher nutzt. Das ist ein großer Akku, der den Strom, den du zwar produzierst, aber selbst gerade gar nicht brauchen kannst, speichert. Im Speicher wird dieser überschüssige Strom eben gespeichert und du kannst zu Zeiten, an denen du nicht genügend Strom erzeugst, darauf zurückgreifen. Solche Speicher schrecken oftmals durch ihre Größe und ihren Preis ab, lohnen sich aber. Denn andernfalls musst du Strom von einem Stromlieferanten kaufen. Auch das ist möglich, kostet aber Geld und du bist darauf angewiesen, dass Strom verfügbar ist. Bei einem Stromausfall bist du ohne Speicher eben nicht die Lichtinsel im Viertel, sondern im schlimmsten Fall genauso dunkel, wie die Nachbarn.

Wasser

Wie eingangs schon erwähnt, ist die Wasserversorgung aufgrund des Gesundheitsschutzes in Deutschland streng geregelt. Du darfst nicht einfach das Regenwasser zum Duschen nutzen. Gelegentlich ist es in Ordnung, aber einspeisen in dein Hauswassersystem, darfst du es nicht. Dennoch hast du Möglichkeiten, in Bezug auf deine Trink- und Abwasserversorgung autark zu sein. Allerdings nur unter hohen Auflagen und mit Genehmigungen sowie regelmäßigen Kontrollen.

Wasser sparen kannst du im Tiny House natürlich trotzdem. Eine Trockentrenntoilette, weniger duschen, Armaturen mit Sparfunktion und so weiter. Aber das kannst du in jedem Haus umsetzen, dazu brauchst du kein Tiny House.

Brunnen

Hast du das Glück, ein Grundstück zu nutzen, welches dir gutes Wasser bieten kann, das Trinkwasserqualität hat, kannst du einen Brunnen errichten lassen. Das Wasser, welches du an die Oberfläche pumpst, muss mindestens so gut sein wie das Trinkwasser aus der Leitung. Und natürlich wird das regelmäßig überprüft. Du musst die Kosten für all das tragen und trägst dabei auch das Risiko, dass dein Wasser zwischen der einen Kontrolle und der nächsten mit etwas kontaminiert und dadurch gesundheitsschädlich wird.

Abwasser

Für das Abwasser musst du in Deutschland meistens in Abhängigkeit des Trinkwassers bezahlen. Das bedeutet, dass die Menge an Abwasser nicht gemessen, sondern berechnet wird. Den größten Teil des Leitungswassers, das du entnimmst, führst du auch wieder zurück in das Abwassersystem. Sei es als Nudelwasser, als Duschwasser oder in Form von Urin. Lediglich beim Gießen der Blumen im Garten landet das frische Wasser im Boden.

Kläranlage

Alte Kläranlage
Bild von scoob_switzerland auf Pixabay

Es ist möglich, eine eigene Kläranlage zu errichten. Besonders eine Pflanzenkläranlage mit mehreren Becken und natürlicher Aufwertung des Abwassers ist für ein möglichst autarkes Leben sinnvoll. Doch das ist sehr streng geregelt und bedarf einer Genehmigung. Und auch hier gibt es Kontrollen, denn selbstverständlich darfst du mit deinem Abwasser nicht das Grundwasser verschmutzen. Deswegen solltest du auf biologisch abbaubare Wasch-, Putz- und Spülmittel setzen.

Du kannst übrigens auch eine Mischung von Pflanzenkläranlage und Abwasseranschluss nutzen. Zwar bedarf deine eigene Kläranlage noch immer einer Genehmigung, aber du hast so zum Beispiel die Möglichkeit, das Schwarzwasser offiziell entsorgen zu lassen, und das Spülwasser über die Pflanzenkläranlage reinigen zu lassen.

Heizen

In kleinen Räumen muss nicht viel geheizt werden, denn sie werden schneller warm. Das ist im Prinzip völlig richtig, doch ein schlecht isolierter kleiner Raum, verliert diese Wärme auch schnell wieder. Und nicht jede Heizung heizt gleich gut und umweltfreundlich. Die Entscheidung über die Heizungsart musst du deswegen sehr gut überdenken.

Holzofen

Beliebte Heizungen sind sowohl in Tiny Houses als auch in gewöhnlichen Häusern Holzöfen. Sie haben durch das knisternde Feuer, den Geruch und die beeindruckende Heizleistung einen besonderen Stellenwert bei Bauherren. In einem Tiny House ist die Installation vergleichsweise einfach, da du keine langen Rohre und Schächte durch das Haus legen musst, um dieses überall zu heizen. Dennoch musst du auf den Brandschutz achtgeben und natürlich bedenken, dass kleine Kinder sich sehr schwer am heißen Ofen verletzen können. Du hast in einem Tiny House aber nicht unbedingt die Möglichkeit, sie davor zu schützen, denn dein Platzangebot ist gering.

Was den Umweltaspekt angeht, so ist ein Holzofen tatsächlich eine gute Wahl. Du brauchst eben bloß Holz, wovon es in Deutschland genügend gibt. Die Forstwirtschaft ist gut organisiert und für wenig Geld kannst du ein ganzes Jahr über heizen. Der CO2-Ausstoß, den dein Holzofen im Tiny House verursacht, ist klein und vollständig vertretbar. Insofern ist ein Ofen eine gute Wahl zum Heizen.

Gasheizung

Auch Gasheizungen sind in Tiny Houses und im Wohnwagen eine beliebte Art zu heizen. Sowohl mobile Heizstrahler, die du je nach Wunsch ausrichten kannst, als auch festinstallierte Heizungen, bei denen die Gasflasche an ein verstecktes System angeschlossen werden soll, sind möglich und heizen ein. Du musst lediglich dafür sorgen, dass du genügend Gas hast. Meist reicht eine gewöhnliche Gasflasche mit 11 kg Gas für drei bis vier Tage im Tiny House. Auf einen Thermostat, der die Heizung von selbst regelt, solltest du aber auf keinen Fall verzichten.

Wärmepumpe

Wärmepumpen sind moderne und äußerst effiziente Heizsysteme, die sich in kleinen Größen auch für ein Tiny House eignen. Die Anschaffungskosten schrecken viele Bauherren jedoch oftmals ab. Für den CO2-Fußabdruck hingegen sind Wärmepumpen sehr gut. Denn die Pumpe selbst nimmt sich kalte Luft, die sie umgibt, und wandelt sie in warme Luft um. Und damit kannst du heizen. Verschiedene Wärmepumpen nutzen dabei nicht immer Luft, sondern zum Beispiel auch die Temperaturen im Erdreich oder dort befindliches Wasser. Die Installation des zugehörigen Geräts kann sogar außerhalb des Tiny Houses stattfinden. Somit sparst du Platz, musst aber beim Transport umso besser darauf achten.

Solarthermie

Wenig verbreitet und doch ausgesprochen interessant ist die Solarthermie. Ähnlich wie eine Photovoltaikanlage hast du dabei ein Modul auf dem Dach, an der Wand oder dergleichen. Im Inneren befinden sich Rohre, in einer schwarzen Isolierung. In den Rohren fließt kaltes Wasser. Die Sonne wärmt dieses auf und du erhältst warmes Wasser, das du in der Küche, zum Wäschewaschen oder zum Kochen nutzen kannst. Aber du bist dabei abhängig vom Wetter. Das musst du natürlich bedenken und für Alternativen sorgen, wenn das Wetter mal schlecht ist.

Strom für die Heizung

Auch mit Strom kannst du heizen und dir beispielsweise eine Infrarotheizung zulegen, oder einen Radiator nutzen. Aber solange du deinen Strom einkaufst, ist das ein teures Unterfangen. Eine eigene Photovoltaikanlage solltest du haben, wenn du dich für diese Heizmethode entscheidest. Andernfalls ist sie nicht zu empfehlen, denn klimafreundlich ist das Heizen mit Strom nicht. Und teuer ist es auch.


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Klein wohnen = Automatisch sparen?!

Der Grundgedanke, dass man Geld und Ressourcen spart sowie die Umwelt schützt, wenn man auf kleinem Raum in einem Tiny House lebt, ist weit verbreitet. Und nachvollziehbar ist er auch. Doch er ist nicht ohne weitere Bedingungen richtig. Denn wenn ich in einem Zelt wohne, ohne Heizung, Kühlschrank, Strom und so weiter, dann lebe ich zwar umweltfreundlich, aber auch keineswegs komfortabel. Und das hat mit dem Leben im Tiny House nichts zu tun. Hier ist es komfortabel und soll es auch sein. Und das bedeutet nicht automatisch auch, dass es ökologisch gut ist.

Dämmung

Ein Raum mit guter Isolierung wärmt sich im Winter schnell auf und bleibt dann warm. Im Sommer hingegen heizt er sich nicht so schnell auf und bleibt deswegen kühl. Ohne diese Dämmung geht es also nicht. Nun gibt es in Deutschland zwar klare Regeln zur Isolierung von Gebäuden, doch du kannst diese umgehen, wenn du dein Tiny House nicht als tatsächlichen Wohnsitz anmeldest. Dann wird der Bau günstiger, die Wände werden schmaler, du hast mehr Platz, und doch ist dein ökologischer Fußabdruck größer. Denn du musst mehr heizen und häufiger kühlen. Noch dazu ist nicht jede Dämmung umweltfreundlich, manchmal sogar gesundheitsgefährdend. Für eine gute CO2-Bilanz kommst du um diesen Punkt nicht herum. Doch aus einem Tiny House ein Passivhaus zu machen, ist sehr schwierig. Da wird das kleine Haus schnell groß und die geringen Kosten schießen trotz Förderung in die Höhe. Aber das Haus wird eben auch klimafreundlich.

Zweitwohnsitz

Meldest du dein Tiny House als Zweitwohnsitz an, kannst du zwar etliche Probleme beim Bau und bei der Suche nach einem Stellplatz umgehen, doch deine CO2-Bilanz steigt enorm. Denn bei zwei Wohnsitzen kannst du natürlich immer nur einen zur gleichen Zeit nutzen. Für den anderen zahlst du trotzdem, hast dann ein leerstehendes Gebäude, das zeitweise unbewohnt ist, und welches dennoch beheizt und mit Strom versorgt werden muss. Nein, Zweitwohnsitze sind nicht gut für das Klima. Aber je nach persönlicher Situation sind sie manchmal notwendig und dabei ist ein winziges Haus dann tatsächlich eine gute Wahl. Lieber steht ein Tiny House wochenlang leer, als eine 130 m2-Wohnung.

Der Vorteil eines Mehrparteienhauses

Der Traum vom Eigenheim mag noch so groß sein, für das Klima ist es besser, wenn du in einer Wohnung zwischen vielen anderen wohnst. Diese Gebäude bieten nämlich nicht nur viel Wohnraum für viele Menschen, sie schützen sich auch noch selbst. Der Mieter, der zwischen zwei Wohnungen wohnt bekommt immer auch die Heizwärme der Nachbarwohnungen ab. Und umgekehrt. Einzelne Wohnungen haben weniger Außenwände als ein Tiny House. Hier hast du fast ausschließlich Außenwände, an denen die kalte Winterluft vorbeizieht. Früher oder später kühlt sie die Raumluft ab und du musst heizen. Mehr als in einer Wohnung. 

Weniger Kosten beim Bau durch kleines Haus

Ein Vorteil hingegen sind die Kosten beim Bau. Für ein Tiny House brauchst du weniger Materialien und sparst dadurch bares Geld. Du verlegst eine Rolle Kabel und bist fertig. Auf einer anderen Baustelle wäre damit lediglich ein Zimmer verkabelt. Und so kannst du für jedes Bauteil nun selbst überlegen, wie viel du sparen kannst, wenn du dir ein Tiny House baust. Dieses Sparpotenzial sollte aber nicht zu weit gehen. Denn was du sparst, kannst du in qualitativ hochwertige Materialien und umweltfreundliche Bauelemente investieren, statt das Geld zur Seite zu packen und dir damit etwas zu gönnen. Das ist natürlich ein berechtigter Gedanke, doch ökologisch sinnvoll und klimafreundlich ist es leider nicht.

Sonstiges

Neben dem Tiny House selbst gibt es natürlich auch einige Dinge, die erst beim Wohnen im kleinen Haus auffallen. Leider bringen Tiny Houses Eigenschaften mit sich, die klimafeindliche Lösungen erforderlich machen. Absicht ist das nicht, aber manchmal geht es nicht anders. Jedenfalls so lange nicht, bis jemand eine bessere Lösung findet.

Umzug mit Tiny House

LKW mit Tiny House
Bild von Speedy McVroom auf Pixabay

Wenn du dein Tiny House auf Rädern baust, kannst du damit umziehen oder gar reisen. Dass das praktisch gar nicht so einfach ist, hast du vielleicht noch gar nicht bemerkt. Die meisten Tiny Houses werden nämlich vollbepackt und kommen an ihre Grenzen, was das Maximalgewicht angeht. Solange das Haus auf Rädern steht, macht das nichts. Willst du aber mit deinem Tiny House umziehen, musst du es ausräumen. Dein Hab und Gut, vielleicht sogar einen Teil der Möbel, musst du separat transportieren, da der Anhänger mit Haus sonst zu schwer wäre. Das ist nicht nur unpraktisch, es macht ein ständiges Reisen fast unmöglich. So oder so ist es wenig klimafreundlich, wenn du bei jedem Umzug alles aus- und danach wieder einräumen musst, einen Transporter brauchst und quer durchs Land fährst. Besonders dann, wenn du reisen willst, kann ich dir einen Wohnwagen, ein Wohnmobil oder ähnliche Campingmöglichkeiten empfehlen.

Umzug ohne Tiny House

Ziehst du ohne Tiny House um, sieht es ähnlich schlecht aus. Aufgrund der Enge haben Tiny Houses meist Leitern, schmale Treppen und verschiedene Ebenen. Das sieht super aus und spart natürlich Platz. Barrierefrei ist es aber leider nicht. Und wenn Nachwuchs ansteht oder die kleinen Kinder größer werden, wird ein Tiny House schnell zu klein. Die meisten Tiny House Besitzer ziehen deswegen schon nach wenigen Jahren wieder um und verkaufen ihr Häuschen oder vermieten es. Auch hier gilt, dass das zwar absolut verständlich ist, aber leider auch nicht allzu nachhaltig. Denn in der größeren Wohnung lebst du vermutlich nicht mehr so nachhaltig. Das wäre ein Rückschritt, den du vermutlich gar nichts willst, der sich aber daraus ergibt.

Minimalismus

Du hast in einem Tiny House nicht viel Platz, das sollte klar sein. Das bedeutet, dass du weniger Dinge besitzen kannst. Das ist umweltfreundlich. Du kannst nicht so viel kaufen, weil du es nirgendwo unterbringen kannst. Dein Konsumverhalten verändert sich, du sparst Geld und schonst die Umwelt.

Und dennoch gibt es hier wieder einen kleinen Haken. Zwar ist dein Kleiderschrank kleiner, du gehst häufiger zur Bibliothek, und und statt 24 Teller hast du bloß noch vier. Aber dein Kühlschrank ist auch kleiner. Du musst häufiger einkaufen gehen. Nutzt du dazu ein Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder gehst zu Fuß, dann kostet das vor allem Zeit. Manchmal ist dein Tiny House aber weit weg vom nächsten Laden und dir bleibt nicht anderes übrig, als mit dem Auto zu fahren. Und schon hinterlässt du wieder einen größeren CO2-Fußabdruck. Elektroautos, Mitfahrgelegenheiten oder Einkaufen auf dem Weg zum Arzt oder auf dem Weg nach Hause sind dann zwar eine gute Wahl, können aber nicht mehr so viel ändern.

Wer mitdenkt, kann ein klimafreundliches Tiny House bauen

Fassen wir zusammen. Ein Tiny House ist keineswegs so klimafreundlich, wie du auf den ersten Blick denken würdest. Sicher wird deine CO2-Bilanz besser, wenn du auf kleinem Raum lebst und dich dadurch zwangsläufig reduzierst. Doch damit treten auch neue Probleme auf, die du nicht lange ignorieren kannst. Die gebrauchte Heizung war schon alt und verbraucht viel Energie. Aber günstig war sie eben auch. Und die Fenster, die du geschenkt bekommen hast, passen zwar super, aber gut isoliert sind sie nicht. Investierst du beim Bau eines Tiny Houses jedoch in klimafreundliche Materialien und gute Qualität, steigen nicht bloß die Kosten. Dein CO2-Fußabdruck sinkt, deine Lebensqualität hebt sich und du bist ein Vorbild für andere. Deine persönlichen Gewohnheiten musst du dennoch ändern. Denn dein ökologischer Fußabdruck sinkt vor allem durch dein Verhalten und weniger durch dein Haus. Mehr körperliche Anstrengung statt langweiliges Autofahren und im Stau stehen sind besser für das Klima. Und nein, niemand wird dich anmeckern, wenn du bei Regen, Schnee oder Sturm dann doch mal das Auto nimmst.


Beitragsbild von Gerd Altmann und Francine Sreca auf Pixabay 

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