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Ein Klo oder kein Klo?

Über manche Dinge spricht man nicht. Geld zum Beispiel. Oder Geheimnisse. Oder auch Pipi und Kacka. Es sei denn man hat ein Baby oder einen Hund. Dann spricht man da durchaus drüber. Ich habe einen Hund, aber ich will hier nicht über seine Verdauung sprechen. Auch nicht über meine. Nein, es soll bloß um die schwierige Frage gehen, welches Klo ins Mini Tiny House gebaut wird.

Sonderregeln für einen Sonderbau

Ich habe im Beitrag zum baugenehmigungsfreien Bauen bereits erklärt, dass für mein Mini Tiny House spezielle Regeln gelten. Dazu gehört auch eine Regel zu der Toilette. Diese darf in meinem Haus nicht ohne Genehmigung gebaut/installiert werden. Das klingt sofort, als bräuchte ich ein Plumpsklo mit Guckloch, das außerhalb meiner vier Wände aufgestellt wird. Ganz so ist es aber dann doch wieder nicht. Naja, zumindest teilweise nicht.

Eine festinstallierte Toilette, wie sie heute in nahezu jedem Haus zu finden ist, fällt für mich als Option weg. Habe ich jedoch eine mobile Toilette*, die ich jederzeit einfach an einen anderen Ort setzen kann, so kann ich sie problemlos auch abbauen/deinstallieren/umpflanzen oder wie auch immer man es nennen mag. Genau das ist das Ziel. Ich brauche ein stilles Örtchen, das ortsunabhängig ist.

Wasser für die Spülung? Auf keinen Fall!

Ich persönlich finde das Konzept Toilettenspülung ein wenig befremdlich. Sicher, die eigenen Hinterlassenschaften verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Aber dafür extra Trinkwasser verschwenden, das man teuer einkaufen muss und das immer knapper wird? Ne, das finde ich nicht gut. Dann doch bitte mit Regenwasser spülen. Das braucht aber wieder eine ganz spezielle Genehmigung und noch dazu ist das nichts, was man problemlos an einen anderen Ort verpflanzen kann. Eine gute Alternative ist das also für mich nicht. Noch dazu brauche ich dann ja entsprechende Schwarzwasserabflussleitungen, die ebenfalls dafür sorgen, dass ich nur an einer Stelle mein Geschäft erledigen kann.

Aus Bäh mach Ui!

Ich setzte auf eine alte aber auch bewährte Methode, was das stille Örtchen angeht. Es wird eine Trockentrenntoilette werden. Bekannter ist sie unter dem Begriff Komposttoilette* und noch bekannter als Plumpsklo. Doch das ist es wiederum nicht. Der Name ist bloß ziemlich gängig.

Eine Trockentrenntoilette hat eine Vorrichtung*, die Urin und Kot voneinander trennt. Das ist keineswegs kompliziert, sondern geschieht durch die menschliche Anatomie ganz von selbst. Flüssig vorne, fest hinten. Näher gehe ich darauf jetzt nicht ein. Beides wird getrennt voneinander in Behältnissen „gesammelt“ und auch getrennt entsorgt. Diese Trennung sorgt dafür, dass sowohl der Urin, als auch der Kot als Dünger verwertet werden können. Urin wird dazu mit Wasser verdünnt, Kot muss kompostiert* werden. Wenn die Behältnisse voll sind (oder auch schon davor), werden sie also entsprechend geleert. Dies kann über die Hausmüllentsorgung beziehungsweise die Kanalisation geschehen, falls eine Weiterverarbeitung nicht möglich ist.

Derartige Toiletten gibt es bereits vollständig produziert mit großem Auffangbehälter* und Abluftrohr zu kaufen, kommen für mich aber aufgrund des stationären Einbaus nicht infrage. Stattdessen setze ich auf einen Eigenbau. Den kann man sich vorstellen wie einen Holzkasten mit Toilettensitz darauf. Klappt man den Sitz hoch, sieht man hinten einen Eimer und vorne eine Art Urinal, durch welches der Urin in einen zweiten Behälter geleitet wird. Beide Behälter kann man getrennt entnehmen und so entleeren. Den gesamten Holzkasten kann man nach Belieben an verschiedene Orte stellen. Ich wüsste zwar nicht, warum man das tun sollte, aber man kann es. Ortsfest ist das nicht und damit kommt es als einzige Lösung für mich infrage.

Ist das nicht eklig?

Naja, sicher sagen kann ich das nicht, denn ich habe nie eine derartige Toilette benutzt. Aber in der Theorie ist es nicht eklig. Seinen eigenen Kot bedeckt man nach dem Toilettengang mit Sägespänen, Rindenmulch oder Einstreu*. Nicht nur, dass dadurch nichts zu sehen ist, diese Art der „Toilettenspülung“ verhindert auch unangenehme Gerüche. Den Urinbehälter wiederum kann man nicht sehen, da das Urinal die Sicht verdeckt. Was den Geruch angeht, so ist es möglich, einen Lüfter* einzubauen, der die unangenehmen Gerüche nach draußen leitet. Dies wiederum hat jedoch den Nachteil, dass die Trockentrenntoilette nicht mehr einfach an einen anderen Ort gestellt werden kann und damit ist sie für mich nicht geeignet. Das macht aber nichts. Wenn es hart auf hart kommt, kann ich die beiden Behälter häufig leeren, sodass die Gerüche nur kurzzeitig wahrzunehmen sind. Diesen Mehraufwand nehme ich gerne in Kauf, wenn ich dafür der Landesbauordnung entspreche und noch dazu die Umwelt unterstütze.


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