Bauplan für ein Tiny House unter 40 m3

Das Mini Tiny House ist dem Grundriss des Gartenhauses Hedwig von Palmako nachempfunden. Falls du es ganz bequem haben willst, kannst du genau dieses Haus kaufen und ausbauen. Neben dem Modell Hedwig gibt es außerdem die Modelle Ly, Etta und Solveig, die alle denselben Grundriss haben, aber über bodentiefe Fenster und unterschiedliche Dachformen verfügen. Natürlich kannst du alles von Grund auf selbst bauen. Dann empfehle ich dir dennoch, dir einmal die Aufbauanleitung dieser Gartenhäuser anzusehen. Sie zeigen gut verständlich, wie der Aufbau erfolgt und wie die einzelnen Schichten aussehen.

Magst du visuelle Hilsmittel, findest du auf YouTube auch ein Video, welches den Aufbau des Modells Ly von Palmako dokumentiert.

Der Bauplan

Ich bin wirklich kein Profi, was Baupläne angeht. Aber ich habe mein Bestes gegeben und verschiedene Grundrisse erstellt. Da ich keine technischen Zeichnungen anfertigen kann, beschränke ich mich bei der Elektrizität und dem Trink- und Abwasser auf Erklärungen.

Du findest auf dieser Seite die ausführliche Erläuterung des Bauplans zu einem Grundriss. Weitere Grundrissoptionen kannst du dir hier ansehen.

Grundriss Mini Tiny House mit Wasserentnahmestellen und Toilette
Grundriss Mini Tiny House mit Wasserentnahmestellen und Toilette

Die wichtigsten Fakten

Der Grundriss des Mini Tiny Houses ist 4,5 m x 3,3 m groß. Die Maße auf dem Foto entsprechen den Innenmaßen. Die Wandstärke habe ich auf 25 cm festgelegt, dazu später mehr. Die Höhe der Seitenwände beträgt 2 m. Anschließend arbeitet sich das Schrägdach auf insgesamt 3 m hoch. Der Boden ist 15 cm dick. Das macht einen Bruttorauminhalt von 39,35 m3.

Das Badezimmer ist 1,4 m x 1,6 m groß. Damit bietet es genügen Platz für alle Notwendigkeiten. Selbst eine kleine Waschmaschine für den Campingbedarf findet dort einen Platz. Für den Wohn-, Ess-, Schlaf- und Arbeitsbereich bleiben 8,7 m2 übrig. Es entsteht eine L-Form für diesen zweiten Raum.

Um die Verlegung der Wasser- und Abwasserrohre so einfach wie möglich zu halten, befinden sich die Spüle und das Waschbecken nahe beieinander. Das ermöglicht die Verwendung eines einzelnen Duchlauferhitzers für beide Entnahmestellen im Tiny House. Die Dusche wiederum verfügt über einen eigenen Durchlauferhitzer oder einen Kleinspeicher. Natürlich kann auch ein leistungsstarker Duchlauferhitzer für alle Entnahmestellen genutzt werden.

Bei der Verlegung der Rohe solltest du bedenken, dass diese in gewöhnlichen Wohngebäuden in der Regel an Innenwänden verlaufen. Dies soll das Einfrieren der Leitungen verhindern. Im Tiny House ist das grundsätzlich schwierig, da es kaum Innenwände gibt. Es kann dennoch sinnvoll sein, wenn du die Rohre nicht durch die Außenwände verlegst, sondern auf der Innenseite der Räume. Es gibt hierfür spezielle Abdeckleisten für den Fußboden. Du kannst die Rohre auch als dekorative Elemente in das Badezimmer und die Küche integrieren.

Die Toilette sollte mobil sein, sodass den gesetzlichen Vorgaben entsprochen werden kann. Demnach sind Toiletten in baugenehmigungsfreien Bauvorhaben nicht vorgesehen. Dennoch lässt sich eine festinstallierte Toilette in das Bad integrieren. Ebenso kann eine Trockentrenntoilette oder eine Chemietoilette genutzt werden.

Aus Platzgründen bietet es sich an, den Technikraum nach außen zu verlegen. In einem kleinen Anbau (nicht auf dem Foto) an der fensterlosen Seite des Badezimmers ist genügend Platz für die Elektrik und den Durchlauferhitzer oder einen Wasserspeicher.

Die Wände

Soll das Mini Tiny House als Erstwohnsitz genutzt werden, muss es den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entsprechen. Dieses sieht für die Wände von bewohnten Neubauten einen U-Wert von weniger als 0,22 W/(m2*K) vor. Dieser lässt sich mit verschiedenen Dämmmaterialien erreichen. Eine Möglichkeit ist Steinwolle, die leicht und flexibel verlegt werden kann. Der Nachteil daran ist, dass sie die Wand 25 cm stark werden lässt. Es gibt schlankere Lösungen mit anderen Dämmmaterialien. Du kannst dir bei ubakus kostenlos ansehen, welche Möglichkeiten es gibt.


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In diesem Beispiel ist der Wandaufbau wie folgt:

  • Die äußerste Schicht besteht aus 18 mm starkem Profilholz aus Fichte.
  • Direkt dahinter liegt eine Unterdeckbahn, die das Wasser, welches im Tiny House entsteht, nach draußen leitet, die Feuchtigkeit der Außenluft aber nicht nach innen lässt.
  • Anschließend kommt eine 22 cm starke Dämmschicht aus Steinwolle. Diese wird alle 80 cm durch 10 cm starkes Fichtenholz unterbrochen.
  • Eine Dampfbremse, die denselben Zweck erfüllt wie die Unterdeckbahn, liegt innen auf der Dämmung auf.
  • OSB-Platten verkleiden die Innenwände und können je nach Wunsch verputzt, tapeziert oder gestrichen werden. Gipskartonplatten sind ebenfalls möglich.

Du kannst in den beiden Fotos die Leistungsfähigkeit dieses Wandaufbaus sehen. Es bildet sich an der Außenseite zwischen der Unterdeckbahn und dem Profilholz ein wenig Tauwasser, welches sich jedoch im zumutbaren Rahmen bewegt. Mit einer anderen Dämmung kannst du dies unter Umständen vollständig vermeiden. Bleibst du bei diesem Wandaufbau und erhöhst die Dicke der Steinwolle auf 24 cm, entsteht eine knapp 27 cm dicke Wand. Sie entspricht den Voraussetzungen für ein KfW-Effizienzhaus 55. Dafür kannst du bei der KfW einen Förderkredit erhalten. Ab einer Dämmung von 32 cm und einer Wandstärke von 35 cm wohnst du in einem KfW-Effizienzhaus 40.


All diese Infos habe ich für dich zusammengestellt. Wenn du magst, darfst du dich gerne dafür bedanken.

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Das Dach

Für die Dachdämmung gelten strengere U-Werte als für die Wände oder den Boden. Mit einer Steinwolldämmung und einem Trapezblech als Dacheindeckung wird dieses Bauteil 39 cm stark. Das verringert die Raumhöhe entsprechend um etwa 35 cm, was sich besonders am Übergang zu den Wänden bemerkbar macht. Auch hier kannst du mit einem anderen Dämmmaterial bei einer geringeren Stärke denselben Effekt erzeugen.

Von innen nach außen ist der Dachaufbau zunächst wie der Wandaufbau. Eine OSB-Platte versteckt die Dampfbremse und die Steinwolle. Diese Dämmschicht ist 30 cm dick und wird von einer Unterdeckbahn und Profilholz eingeschlossen. Darauf findet eine Konterlattung Platz, auf welcher schließlich ein Trapezblech festgeschraubt wird.

Der Boden

Beim Boden gelten aufgrund des Erdreichs, auf dem er steht, keine so strengen Dämmwerte. Ich habe mich dafür entschieden, den Boden mit alukaschierten PUR-Hartschaumplatten zu dämmen. Im Gegensatz zur Steinwolle sind diese nicht diffusionsoffen. Beim Boden ist dies jedoch nicht so schlimm, da dort ohnehin kein sinnvoller Luftaustausch stattfinden kann.

Zum Schutz sollten die Bauteile nicht direkt mit dem Erdreich in Kontakt kommen. Ein Fundament ist sinnvoll, auf welchem dann die Holzkonstruktion liegt. Die Unterdeckbahn oder eine andere Folie schützt die Dämmung vor dem Eindringen von Wasser. Die PUR-Hartschaumplatten sind alukaschiert und reflektieren damit die Raumtemperatur besser in den Raum zurück. Das ist besonders interessant für eine Infrarotheizung, auch wenn über dieser Dämmschicht noch Profilholz und dann ein Bodenbelag liegt. Ich habe mich hier im Beispiel für Parkett entschieden. Der U-Wert verändert sich durch Laminat, Kork oder ähnliche Bodenbeläge kaum.

Was noch erwähnt werden sollte

Die Heizung im Mini Tiny House darf keine fest installierte Gasheizung sein. Auch ein Holzofen kommt nicht infrage, da es keine ortsfeste Feuerstätte geben darf. Mobile Lösungen sind gestattet. Als dauerhafte Lösung ist eine Infrarotheizung sinnvoll, die an die Decke montiert wird. Sie benötigt Strom und ist damit nicht besonders umweltfreundlich. Durch Solarmodule auf dem Dach kann dies jedoch wieder ausgeglichen werden.

Die Stromleitungen, Lichtschalter und Steckdosen werden nach persönlichen Wünschen verlegt. Wie schon erwähnt, bietet es sich an, den Sicherungskasten und den Verteiler außerhalb des Tiny Houses in einem abschließbaren Raum unterzubringen. Dieser kann genehmigungsfrei errichtet werden, sofern er lediglich zum Schutz der dortigen Installationen dient.

Die Tür zum Badezimmer ist in diesem Beispiel eine gewöhnliche Tür. Du kannst aber auch eine Schiebetür oder Falttür installieren, um mehr Bodenfläche nutzen zu können. Bei diesem Grundriss bleibt jedoch ohnehin zu wenig Bodenfläche frei, als dass du diese tatsächlich nutzen könntest.

Die Fenster sind flexibel in ihrer Position. Ich habe sie hier in unterschiedlichen Breiten und Höhen eingebaut. Sie stellen jedoch bloß Vorschläge dar, die du ganz beliebig an deine Bedürfnisse anpassen kannst und solltest.


Alle Infos habe ich nach bestem Wissen und Gewissen für dich zusammengestellt. Ich gebe keine Garantie auf Vollständigkeit oder Fehlerfreiheit. Du musst selbst entscheiden, ob, wie und wo du baust, und dich für deine ganz persönliche Situation erkundigen.