· 

Die richtige Küche für das Tiny House

Artikel auf YouTube anhören

In jedem Haus, und sei es noch so klein, spielt die Küche eine wichtige Rolle. Selbst wenn nicht jeder gerne selbst kocht oder backt, gelegentlich eine Fertigpizza oder einen Kaffee will man doch mal machen. Und ein Kühlschrank beheimatet all die leckeren Dinge, die man zwischendurch essen kann. Eine Mikrowelle ist auch praktisch und so eine Kochplatte darf dann doch nicht fehlen. Am Ende hat man irgendeine Küche, mit der man hoffentlich zufrieden ist. Auch im Tiny House findet sie einen Platz und braucht viel Zeit bei der Planung.

Einschränkungen sind unausweichlich

Kartoffeln und Kochtopf
Bild von congerdesign auf Pixabay

Wie bei allem, so gilt auch bei der Küche im Tiny House, dass du dich einschränken musst. Das ist unumgänglich. Das Platzangebot ist schlichtweg zu klein. Natürlich kannst du kreativ werden, aber alles ist dort einfach nicht möglich. Das kann auch aufgrund des Gewichts schwierig werden. Steht dein Tiny House auf Rädern, gibt es Gewichtsobergrenzen für den Straßenverkehr. Und ich nehme mal an, du hast keine Lust, vor einem Umzug die Küche auszubauen, oder?

Bloß weil du dich einschränken musst, heißt das aber nicht, dass die Küche winzig wird. Vielleicht findest du einen guten Kompromiss, indem du einen anderen Lebensbereich im Tiny House verkleinerst. Oder du verzichtest auf die eher unwichtigen Küchenutensilien und legst mehr Wert auf doppelten Nutzen. Es muss ja nicht unbedingt Alltagsgeschirr und Feiertagsgeschirr in 20-facher Ausfertigung im Schrank stehen. Und wenn in der Regel nur zwei Personen zeitgleich in der Küche zugange sind, dann reichen zwei Kochmesser völlig aus.

Verschaffe dir einen Überblick

Am besten ist es, wenn du deine jetzige Küche ausräumst und dir ansiehst, was du bereits hast. Sortiere aus, was du davon nicht oder kaum nutzt, was du doppelt hast, und was du nicht mehr haben willst. Und dann überlege dir, was davon du unbedingt brauchst oder auf keinen Fall hergeben möchtest. So kannst du auf einen Blick sehen, wie viel Platz du in den Schränken brauchst. Und wenn du schon dabei bist, dann denke auch darüber nach, wie gerne und oft du tatsächlich kochst und vielleicht sogar Gäste empfängst. Eine selten benutzte Küche nimmt Platz weg. Wenn dir ein Kühlschrank, ein Kochfeld und eine Kaffeemaschine reichen, dann verzichte auf die große Küche im Tiny House. Wie wäre es stattdessen mit einem multifunktionalen Grill für draußen?

Platzsparende Ideen

Im Tiny House wird jeder noch so kleine Raum genutzt. Es ist ja nicht viel Platz da. Das gilt auch in der Küche. In manchen Tiny Houses befindet sich die Küche unter dem Loft. Meist ist der Eingang dann an der schmalen Seite und das Haus wird durch die Küche betreten. Das wirkt nicht auf jeden gemütlich, ist aber ausgesprochen funktional. Denn der Stehbereich in der Küche wird für nichts anderes genutzt. Baust auch du so, nutze den Platz zwischen den Balken deines Lofts für deine Vorräte. Mit herunterklappbaren Fächern schaffst du viel Stauraum.

Verzichte auf einen großen Kühlschrank. Ich weiß, er ist praktisch. Aber mehrmals in der Woche einzukaufen, ist auch eine Lösung. Und zumindest während der kalten Monate kannst du die Natur als Kühlschrank nutzen.

Eine Kombination aus Mikrowelle, Backofen und Grill ist zwar vergleichsweise teuer in der Anschaffung, spart aber ebenfalls viel Platz. Auch brauchst du vielleicht kein großes Kochfeld. Wenn du immer nur ein oder zwei Herdplatten zeitgleich nutzt und nur gelegentlich mehr als das brauchst, baue ein kleines Kochfeld ein. Bei Bedarf kannst du ein weiteres mobiles Kochfeld auf die Arbeitsplatte stellen.

Enorm praktisch ist eine erweiterbare Arbeitsfläche. Ob du dazu eine Schublade nutzt und darauf ein Schneidebrett legst, das Spülbecken abdeckst oder ein Stück der Arbeitsplatte zum Hochklappen anbringst, liegt in deiner Hand. In jedem Fall ist diese Funktion ausgesprochen praktisch.

Spülmaschinen sind purer Luxus. Du kannst darauf verzichten, wenn du von Hand spülst. Kommt das nicht infrage, wähle nach Möglichkeit keine Standardgröße, sondern eine kleine Spülmaschine. Du musst sie je nach Familiengröße vielleicht mehrfach täglich anstellen, sie braucht aber weniger Platz.

Bewahre deine Küchenutensilien hängend auf. Wandhaken sind nützlich, sorgen für Ordnung und Übersicht und bieten dir schnellen Zugriff auf Zange, Messer und Pfannenwender. Auch eine Halterung, die von der Decke hängt und Pfannen sowie Töpfe beheimatet, ist praktisch und schafft Platz in den Schubladen.

Deine Küchenschränke kannst du mit Zwischenböden und Schrankteilern aufteilen. Nutze Deckelhalter um schneller zu finden, was du suchst, und setze auf Schubladen, die du komplett ausziehen kannst.

Am Ende muss es schmecken!

Egal ob in deinem Tiny House eine Sterneküche steht oder eine kleine Studentenküche. Du musst mit ihr auskommen und dich wohlfühlen. Und am Ende muss es vor allem gut schmecken. Dazu bedarf es keiner großen Küche mit der neusten technischen Ausstattung. Es braucht bloß die richtigen Zutaten und vielleicht ein wenig Talent. Ein guter Koch bekommt das auch mit nur einer Herdplatte auf die Reihe.


Beitragsbild von Finn Bjurvoll Hansen auf Pixabay 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0