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Minimalismus und das Leben in einem Tiny House

Minimalismus ist ein Trend, dem viele Menschen nachgehen und sich dennoch nicht unbedingt einig sind, was man darunter eigentlich versteht. Und gleichzeitig ist es gar kein Trend, sondern schlichtweg ein Lebensstil, der nicht für jeden geeignet ist. Minimalismus und das Leben in einem Tiny House gehören für mich aber zusammen.

Was ist Minimalismus?

Unter Minimalismus versteht man grundsätzlich das Auskommen mit möglichst wenig Gegenständen, die einem selbst gehören. Das fängt bei Socken an, geht über technische Geräte und Möbel bis hin zu einem Auto, Haus oder Grundstück. Lebensmittel, Medikamente oder andere Dinge, die derartig verbraucht werden und zum Leben notwendig sind, gehören hingegen nicht dazu. Diese Reduktion der Dinge im Leben sorgt für einen einfachen Lebensstil. Wer nicht viel hat, kann sich auch nur mit dem Wenigen befassen, das er besitzt. Alles andere verlangt, dass er nach Alternativen sucht und in Kontakt mit Menschen tritt. Darum gilt Minimalismus auch als Lebensstil. Denn die geringe Anzahl an Besitztümern lenkt den Blick auf das Wesentliche*.

Einige Minimalisten erkennen auf diese Art, dass ein einfaches Leben keineswegs bei geringem Besitz aufhört. Stattdessen gehen sie noch einen Schritt weiter und ebnen sich den Weg in die Selbstversorgung*, indem sie Beete anlegen und Land bewirtschaften. Eine Herangehensweise, die mir persönlich sehr gut gefällt.

Minimalismus im Tiny House

Aufgrund der geringen Größe eines Tiny Houses ist es zunächst einmal logisch, dass die Bewohner ihre Besitztümer in der Regel reduzieren müssen. Im Tiny House* ist schlichtweg nicht genügend Platz für alles. Je mehr Personen in das kleine Haus einziehen, desto schwieriger wird das Aussortieren. Denn jedem sind andere Dinge wichtig und neben den Notwendigkeiten wie einer Waschmaschine oder eines Computers für die Arbeit, hat jede Person im Tiny House auch besondere Wünsche. Vom Dreirad für den Nachwuchs über eine Hängematte fürs Wohnzimmer bis hin zur privaten Bibliothek gibt es viele Dinge, die man in einem Tiny House unterbringen könnte, und die auf den ersten Blick dem Gedanken des Minimalismus widersprechen. Das macht aber gar nichts. Denn bloß weil man in einem Tiny House wohnt, heißt das nicht, dass man auch minimalistisch lebt. Man hat zwar weniger, aber das muss nicht heißen, dass es dermaßen wenig ist, dass man schon von einem minimalistischen Lebensstil sprechen würde. Denn der wiederum kann gewählt werden.

Ich zum Beispiel habe nicht allzu viele Besitztümer. Es kommt mir jedenfalls nicht so vor. Ich würde mich aber keineswegs als Minimalistin bezeichnen. Ich habe einfach nicht so viel, weil ich es nicht brauche, nicht, weil das ein bewusster Lebensstil von mir wäre. Und dennoch ist es so. Denn genau das macht den Minimalismus eben aus. Dass man nicht viel hat, ohne dieses „viel“ konkret zu benennen.

Minimalismus im Mini Tiny House

Im Mini Tiny House steckt schon das Wort Mini, das auch in Minimalismus vorkommt. Es ist nur logisch, dass ich in meinem winzigen Tiny House nicht allzu viele Dinge unterbringen kann. Und für mich ist auch klar, dass ich mein Hab und Gut reduzieren* muss. Es mag verrückt klingen, aber ehrlich gesagt freue ich mich darauf. Ich habe Dinge, die ich einfach bloß deswegen nicht wegwerfe oder verschenke, weil ich Platz habe, um sie zu behalten. Es handelt sich meist um Dinge, die ich gerade nicht brauche, aber vielleicht in Zukunft brauchen könnte. Also dürfen sie bleiben. Und bei einigen von ihnen überkommt mich ein Schauer, wenn ich sie zufällig in der hintersten Ecke im Schrank erspähe. Statt sie rauszuwerfen stelle ich dann meistens etwas davor. Das klappt ganz gut.

Im Mini Tiny House allerdings habe ich für sie keinen Platz mehr und das stört mich auch nicht. Jetzt ist es die pure Bequemlichkeit, die diesen Dingen den Gnadenhof bietet. In einigen Monaten wird ihre Zeit gekommen sein. Hin und wieder packt mich aber schon vor dem Bau des Mini Tiny Houses die Lust und ich werfe ein paar Sachen weg. Und das frei von dem Gefühl, etwas zu verlieren. Wenn ich es nicht brauchen kann, dann hänge ich auch nicht daran. Insofern bin ich sehr zuversichtlich, dass dieser Punkt des neuen Lebens im Mini Tiny House kein Problem darstellen wird.


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