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Was mein Tiny House NICHT haben darf

Ich habe schon erzählt, was mein Tiny House haben muss. Jetzt wird es Zeit, sich mal dem zuzuwenden, was ich nicht in meinem kleinen Häuschen haben will. Immerhin ist das auch wichtig.

Kein Schlafloft

Diesem Thema habe ich bereits einen eigenen Beitrag gewidmet. Ich finde Schlaflofts echt cool! Sie sehen gut aus, brauchen wenig Platz und ich mag die Idee. Aber sie sind nichts für mich. Ich schlafe derzeit im ausgebauten Dachboden und auch wenn dieser höher ist als die meisten Schlaflofts in Tiny Houses, so kann ich dort nicht stehen. Muss ich nachts mal eben zur Toilette, ist das schon jetzt mühsam. Schlaftrunken muss ich darauf achten, mir meinen Kopf nicht zu stoßen und jede Treppenstufe sicher zu treffen. Und wenn ich wieder hoch will, brauche ich dann durch die körperliche Bewegung meist eine Weile, bis ich wieder eingeschlafen bin. Das möchte ich in meinem Mini Tiny House nicht mehr haben. Und schon gar nicht mit einer platzsparenden Leiter. Ein Loft zum Schlafen kommt also nicht infrage. Auch deshalb nicht, weil mein Haus gar nicht so hoch wird, dass das gehen würde.

Keine Räder

Das ist wohl das heikelste Thema. In der Berichterstattung der deutschen Medien ist von Tiny Houses immer nur dann die Rede, wenn sie Räder haben. Das ist natürlich keine Voraussetzung, um ein Tiny House zu bauen, aber es hat sich in die Köpfe vieler Menschen eingebrannt – und es sieht echt stark aus. Für mein Haus sind Räder aber keine Option. Das ermöglicht es mir, freiere Maße zu wählen, da ich keinen Wohnanhänger baue, der für den Straßenverkehr zugelassen sein muss. Auch die Baugenehmigung ist einfacher zu bekommen, wenn man eben ein normales Haus baut, das bloß ein wenig kleiner ist.

Keine Badewanne

Das hört sich logisch an, aber dennoch sollte ich erwähnen, dass ich auf keinen Fall eine Badewanne in mein Tiny House* einbauen will. Für viele Bauherren ist das ein sehr wichtiger Punkt, denn bequem in der Badewanne zu liegen, ist eben doch ein schönes Gefühl. Ich mag das durchaus auch, aber ich mache das nie. In den letzten zwanzig Jahren ist das keine fünf Mal vorgekommen. Dennoch ist es prinzipiell möglich, in einem Tiny House eine Badewanne unterzubringen. Das könnte in meinem auch gelingen, ich will es bloß nicht. Eine Dusche reicht mir. Wobei ich bereits die Duschwanne dafür habe. Es ist eine dieser alten Zinkwannen, die zumindest für Kinder früher als Badewannen genutzt wurden. Insofern habe ich streng genommen sehr wohl eine Badewanne. Gut, sie ist sehr klein und die Knie schauen weit über den Rand hinaus. Aber es könnte als Badewanne durchgehen.

Keine Dachfenster

Auch ein etwas merkwürdiges aber wichtiges Thema sind Fenster. Ein Tiny House ist klein und kann dadurch einengend wirken. Fenster helfen, dass dieses Gefühl die Bewohner nicht überwältigt. Ob viele kleine Fenster, wenige große Fenster, bodentiefe Fenster, Fenster auf unterschiedlichen Höhen oder Terrassentüren in Übergröße, es gibt viele Möglichkeiten. Was bei Tiny Houses meistens nicht vorkommt, sind Dachfenster. Warum genau, weiß ich nicht, aber auch ich werde keine installieren. Denn mein Dach soll eine Photovoltaikanlage beheimaten. Ich möchte keinen Platz durch ein Dachfenster verlieren und setze deswegen auf mehr Fenster an den Wänden.

Keine Kochplatte

Das hört sich fragwürdig an, aber ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, kein Kochfeld zu installieren. Ich koche gerne, aber ich nutze meist nur ein oder zwei Platten zeitgleich. Und ich finde, dass das Kochfeld immer ein bisschen im Weg ist. Will ich Teig ausrollen, ist es im Weg. Will ich die Arbeitsplatte sauber machen, bleiben grundsätzlich Krümel an der Kante zum Kochfeld hängen. Außerdem wird in meiner Küche wohl auch die Waschmaschine einen Platz finden müssen. Das war ursprünglich nicht so geplant, aber ich würde doch gerne die Möglichkeit haben, zumindest eine Maschine installieren zu können. Der Kühlschrank muss auch unter die Arbeitsplatte und so minimiert sich nach und nach der Platz für ein fest installiertes Kochfeld. Stattdessen setze ich auf mobile Induktionskochplatten*. Diese kann ich auf die Arbeitsplatte stellen, wenn ich koche. Brauche ich sie nicht, hänge ich sie einfach an die Wand. Da braucht es dann auch keine spezielle Steckdose für.

Fraglich ist, ob das so bleibt

Bei all den Blogbeiträgen und Themen, die ich hier so anspreche, besteht natürlich so lange vor dem Baubeginn die Möglichkeit, dass sich doch etwas ändert. Man nehme nur mal die Waschmaschine. Ursprünglich wollte ich mir die Nutzung mit anderen teilen. Das ist auch nach wie vor möglich, aber nicht mehr so, wie gedacht. Zumindest ist es anders geplant gewesen. Um unabhängiger von anderen zu sein, ziehe ich deswegen eine eigene Waschmaschine in Betracht. Denn saubere Wäsche will ich auf jeden Fall haben. Aus welcher Maschine sie am Ende kommen wird, ist zweitrangig, muss aber von Anfang an berücksichtigt werden.

Insofern kann sich hier immer wieder etwas ändern. Das liegt denke ich in der Natur der Sache. Wer ein Haus plant, muss sich manchmal von einigen Wünschen verabschieden und neue Lösungen finden. Und wessen Fantasie so funktioniert wie meine, der steckt voller Ideen, von denen er gar nicht weiß, welche er als erstes umsetzen soll. Wie gut sich das am Ende dann realisieren lässt, zeigt sich mitunter erst beim Bauen. Und bis dahin, kann ich hier noch viele Ideen präsentieren. Das heißt noch lange nicht, dass sie alle am Ende auch verwirklicht werden.


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