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Was mein Tiny House haben MUSS

Es gibt Tiny Houses von der Stange, die in Endlosschleife produziert werden. Das finde ich gut. Wenn ein bereits entworfenes Haus den eigenen Ansprüchen genügt, kann man so die Kosten für eine individuelle Planung sparen. Aber dann bekommt man eben kein Häuschen nach den eigenen Wünschen. In meinem Fall geht das nicht, ich muss selber ran. Und dabei gibt es ein paar Dinge, die für mich sehr wichtig sind und in meinem Mini Tiny House deswegen auch auf gar keinen Fall fehlen dürfen.

Die Bücher

Ich brauche Platz für Bücher. Das steht beim besten Willen nicht auf der Must-have-Liste aller Tiny House-Bewohner. Auf meiner schon. Ich brauche allein schon von Berufs wegen Bücher. Es müssen nicht wahnsinnig viele sein, aber ein bisschen mehr als in einem üblichen Tiny House werden es sicher sein. Für mich ist das wichtig und ich muss den Platzbedarf natürlich bei der Planung berücksichtigen. Aber ohne meine Bücher geht es nicht.

Das Klavier

In letzter Zeit habe ich das Musizieren zwar ein wenig schleifen lassen, aber ohne Klavier will ich nicht ins Mini Tiny House ziehen. Zwar weiß ich noch nicht genau, wie ich dieses am Ende unterbringen werde, aber vermutlich werde ich mein jetziges Klavier verkaufen und ein neues E-Piano* kaufen. Aus Platzgründen wird das dann wohl so an der Wand angebracht, dass man es bei Nichtgebrauch hochklappen kann. Oder man lässt es stehen, das müsste auch klappen. Aber ohne werde ich wohl nicht klarkommen.

Das Büro

Ich arbeite schon fast mein ganzes Leben im Homeoffice. Viel Platz brauche ich dabei nicht. Nein, es ist sogar besser, wenn ich wenig Platz habe, damit ich nicht ständig alles auf dem Schreibtisch liegen lasse. Aber dennoch müssen Laptop, Drucker, Ordner und diverse Utensilien ihren Platz finden, ohne dabei den Raum zu verschandeln. Was für andere Bewohner eines Tiny Houses am Küchentisch stattfinden kann, will ich ganz bewusst am Schreibtisch machen. Sicher, ich könnte auch an den Küchentisch sitzen, aber ich bevorzuge einen getrennten Arbeitsbereich, denn meine Arbeit findet nicht nur gelegentlich zu Hause statt, sondern immer.

Die Dämmung

Das hört sich vielleicht ein bisschen merkwürdig an, aber ich brauche eine gute Dämmung. Das ist nicht nur aus ökologischer Sicht sinnvoll, es ist auch für mein Wohlbefinden wichtig. Ich mag es gerne ruhig und brauche dies bei der Arbeit in besonderem Rahmen. Hintergrundgeräusche dürfen nicht zu hören sein. So gerne ich Vögel zwitschern und Kindern spielen höre, wenn das Fenster zu ist, soll es still sein. Eine gute Dämmung ist darum besonders wichtig für ein Häuschen, das bloß Außenwände hat.

Der Hundeplatz

Selbstverständlich braucht mein Haus einen Platz für meinen Vierbeiner. Glücklicherweise ist der recht anspruchslos. Hauptsache der Boden ist stabil. Dann legt sie sich einfach irgendwo hin. Da braucht es gar kein Kissen. Aber natürlich bekommt sie eines. Auch mein Hund hat manchmal das Bedürfnis nach einem weichen Bett in einer ruhigen Ecke. Ich glaube, die habe ich schon gefunden. Unter dem Klavier ist Platz und Ruhe – wenn ich nicht gerade spiele.

Der Umweltaspekt

Mir liegt die Natur sehr am Herzen. Ich bin selbst täglich draußen und brauche diese Zeit auch, um zur Ruhe zu kommen, meine Gedanken anzuregen und Spaß zu haben. Umso wichtiger ist es mir, dass mein Mini Tiny House so gut es geht umweltfreundlich ist. Zu gerne würde ich dazu gebrauchte Baumaterialien nutzen, doch das ist aus rechtlichen Gründen leider nur bedingt möglich. Dennoch gebe ich mir Mühe, Restbestände an Gipskartonplatten, Steinwolle, Kabeln, Holz und so weiter aufzubrauchen, bevor ich sie im Baumarkt kaufe. Das sollte sich auch finanziell lohnen.

Außerdem möchte ich Strom generieren. Solar auf dem Dach ist für mich keine Frage der Kosten, sondern eine Notwendigkeit. Ich stelle das nicht infrage, sondern lege das für mich als unverzichtbar fest. Und ich kann mich nicht von dem Gedanken verabschieden, ein bisschen Windenergie zu nutzen. Allerdings habe ich mich noch nicht näher damit befasst, wie sinnvoll das für mein Häuschen wirklich ist.

Die Trockentrenntoilette

Wenn wir schon vom Umweltaspekt sprechen, muss auch das Klo erwähnt werden. Ja, es ist mir wirklich wichtig, keine Wasserspülung zu haben. Sicher, die Kanalisation ist ein ausgeklügeltes System, aber ich bin einfach kein Fan davon, gutes Wasser bloß zum Wegspülen zu verwenden. So viel davon haben wir nicht. Insofern kann ich mir gar nicht vorstellen, etwas anderes als eine Trockentrenntoilette zu nutzen.

Die Klingel

Und dann wäre da noch eine Sache. Schon vor vielen Jahren habe ich eine wunderschöne Klingel beim Aufräumen gefunden. Ein mechanisches Ding mit Glöckchen dran. Dreht man an einer Kurbel, drehen sich die Glöckchen und es klingelt. Diese Klingel habe ich aufbewahrt, musste sie sogar zwei Mal davor schützen, von jemandem verkauft zu werden, weil sie nicht gut genug als MEINS! gekennzeichnet war. Ich mag sie und sie wird sicher ganz wunderbar neben meiner Tür aussehen. Der einzige Haken ist, dass man dazu zunächst das Grundstück betreten muss, um sie nutzen zu können. Bei einem Hoftor mit einem Hinweisschild vor einem freilaufenden Hund passiert das eher selten. Das macht aber nichts. Notfalls klingle ich selbst.


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