· 

Ein Gedanke bringt alles durcheinander

Manchmal grübelt man Tage, Wochen, Monate, legt sich den besten Plan zurecht und wartet bloß noch auf eine Gelegenheit – und dann reichen zehn Minuten aus und alles ist anders. So ging es mir heute. Es kam nicht ganz unerwartet und war auch schon mal da, aber jetzt ist es nach Monaten der Abstinenz wieder da und es scheint besser zu sein als alles andere.

Wie war das mit den Zweifeln?

Ich habe schon davon berichtet, dass ich ein paar Zweifel bezüglich des Mini Tiny Houses habe. Es ist sehr sehr klein. Für mich ist das per se kein Problem, aber es lässt mich ein wenig skeptisch sein. Reicht der Platz wirklich aus, um sich wohlzufühlen? Sollte es nicht doch etwas mehr Raum sein? Etwas mehr Platz für dies und das wäre schon nett. Nicht, dass ich mehr Stauraum benötigen würde, aber fühle ich mich wirklich auch wohl, wenn die Wände alle so nah sind? Ich denke, man muss nicht klaustrophobisch sein, um sich in einem Mini Tiny House diese Frage zu stellen. Und ich bin nicht die einzige Person bei diesem Bauprojekt, die sich diese Frage stellt.

Was ist denn jetzt los?

Heute hatte ich Besuch von meinen Eltern und mein Häuschen kam wieder als Gesprächsthema auf den Tisch. Meine Entwürfe und Berechnungen wurden beäugt und es fiel der Satz: „Das ist aber wirklich klein.“ Ja, ist es. Und dann kam der Satz: „Sollen wir nicht doch den Schuppen ausbauen? Dann wäre alles größer und komfortabler und könnte barrierefrei werden und da würden wir uns auch wohlfühlen …“ Da ist wieder die einfachste und verheißungsvollste Idee von allen. Der Schuppen. Ein uraltes baufälliges Ding mit etwa 30 m2, bei dem ich mich immer wieder frage, wieso der nicht längst zusammengebrochen ist. Ich traue mich nicht mal, drinnen zu niesen, wenn ich den Rasenmäher hole. Aber bisher hat der Schuppen noch jede Schneelast getragen. Und das seit Jahrzehnten.

Das alte Ding steht dort, wo später das Tiny House stehen soll. Es hat die Form eines Ls, wenn auch eines recht unförmigen. Und es ist perfekt. Es gefällt mir, man könnte viel draus machen, es unterteilen und hätte mehr Platz. Aber ohne Baugenehmigung läuft da nichts. Gut, letztlich ist das auch gar nicht so wichtig. Ich wollte ja bloß deswegen baugenehmigungsfrei bauen, weil es möglich ist. Nicht etwa, weil es nicht anders geht. Bloß stellt sich nun die Frage, ob der Ausbau – oder vielmehr der Neubau – des Schuppens nicht doch die bessere Wahl wäre. Es wäre mehr Platz und tatsächlich könnten meine Eltern in ferner Zukunft als alte und tattrige Senioren dort einziehen, wenn sie die Treppe gar nicht mehr nach oben kämen. Man könnte das alles bereits beim Bau einplanen.

Dieser verflixte Konjunktiv

Da ist er wieder, der Konjunktiv. Man könnte, müsste, sollte. Ja, das würde schon gehen. Und ja, ich fände es besser als das Mini Tiny House, könnte mich eher damit anfreunden, einfach weil ich weniger skeptisch bin. Aber ich finde die Herausforderung beim baugenehmigungsfreien Bauen eben auch sehr schön. Die fällt beim Schuppen weg. Nicht, dass das ruckzuck erledigt wäre, aber es ist eben doch etwas anderes, um die 30 m2 Platz zu haben und nicht bloß 12m2.

Was jetzt passiert weiß ich nicht. Wir werden denken, planen, zeichnen, rechnen und reden. Und am Ende werden wir uns schon für irgendwas entscheiden. Bloß habe ich keine Ahnung, wie es dann sein wird. 12m2 oder 30m2 oder irgendwas dazwischen? Barrierefrei oder überdurchschnittlich eng und verwinkelt? Vielleicht bauen wir das Dach auch unten hin und den Boden oben … Wir werden sicher eine Lösung finden, die uns alle glücklich macht. Bloß welche, das ist derzeit völlig unklar.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0