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Warum ziehen mich Tiny Houses so an?

Auf der Suche nach einem Thema für diesen Blogbeitrag habe ich mir die Frage gestellt, was es eigentlich ist, das mich an Tiny Houses so fasziniert. Mal sehen, ob ich es in Worte fassen kann.

Viel zu viel

Als Kind hatte ich genügend Spielsachen. Natürlich hatte ich nicht alles, was ich gerne gehabt hätte, aber ich hatte genug. Nicht übermäßig viel, aber auch nicht zu wenig. Kuscheltiere hingegen hatte ich irgendwie viel zu viele. Und so richtig damit gespielt habe ich nicht. Sie haben eher mein Bett geziert. Klar, mit dem ein oder anderen habe ich schon gespielt. Der riesige Teddybär zum Beispiel durfte mit mir Tee trinken. Und der Schäferhund war mein Polizeihund. Sein Name war Rex. Und dann waren da die Malutensilien. Ich habe ganz gerne gemalt aber ich glaube, dass ich das gar nicht so oft gemacht habe. Mandalas habe ich geliebt, daran kann ich mich noch erinnern. Was ich auf jeden Fall im Überfluss hatte, waren Stifte. Filzstifte, dicke Holzfarben*, dünne Holzfarben, mit Lackierung, ohne Lackierung, quietschende Stifte, Stifte, die man mit Wasser befüllen musste, Bleistifte, Aquarellstifte*, Wachsstifte, Ölkreide, normale Kreide, Wasserfarben und eine ganze Schublade voller Radiergummis. Und weißt du was? Diese Stifte habe ich noch heute. Natürlich sind einige davon in der Zwischenzeit kaputt gegangen oder schlichtweg aufgebraucht worden, aber den größten Teil habe ich noch. Und ja, ich nutze sie bei Gelegenheit. Aber ganz ehrlich, so viele Stifte braucht man nicht. Und noch weniger Radiergummis! Während meiner Schulzeit hatte ich drei unterschiedliche Radiergummis. Wenn davon wirklich kaum noch etwas übrig war, habe ich mir dasselbe Modell neu gekauft. All die schicken Radiergummis mit den tollen Motiven habe ich nicht genutzt. Sie waren mir zu schade. Ich habe sogar den einen noch, der damals in meiner Schultüte war, Werbung für Umweltschutzpapier gemacht hat und meine Initialen trug. Die hat meine Mutter drauf geschrieben, damit mir niemand diesen schönen Razzifummel klaut. Und am Ende habe ich ihn gar nicht benutzt.

Ich will weniger

Warum habe ich die Sachen noch? Weil ich Platz habe. Radiergummis* kann man schließlich brauchen und Stifte auch. Warum also wegwerfen? Einfach einlagern und bei Bedarf einen neuen nehmen. Daran ist nichts schlecht. Es sei denn, man hat zu viel. Ich will sie nicht alle zählen, aber mein Radiergummivorrat ist noch immer groß. Benutzen werde ich wohl bis an mein Lebensende nur noch den einen. So viel kann ich gar nicht radieren, dass die anderen auch mal dran sein werden. Also müssen sie weg. Schulkinder, die sich darüber freuen, gibt es zum Glück reichlich. Aber das sorgt natürlich dafür, dass ich Platz in der Schublade gewinne. Und wenn ich dieses Vorgehen auf all die anderen unnötigen Dinge übertrage, die ich zwar habe, aber eigentlich nicht brauche, dann muss ich feststellen, dass ich wenige Möbel benötige, um all das unterzubringen, was ich eben brauche. Und damit brauche ich auch keine so große Wohnung mehr. Na, und wenn wir schon dabei sind, dann kann ich doch bei all dem, was ich ohne diese Dinge spare, mal darüber nachdenken, ob ich nicht gleich eine Wohnung kaufe. Oder ein Haus. Dann aber natürlich ein kleines Haus, denn ich brauche ja nur wenig Platz.

Ein eigenes Haus besitzen

Wenn ich schon ein Eigenheim haben will, dann möchte ich auch alle Freiheiten haben, dies selbst zu gestalten. Eine Wohnung kommt da nur bedingt infrage. Drinnen mag ich mich austoben können, draußen jedoch nicht. Bei einem Tiny House kann ich alles ganz nach meinen Wünschen gestalten. Und weil es nicht sehr groß ist, kann ich es selbst bauen. Ich kann mein eigenes Haus selbst erschaffen. Das ist fast wie mit LEGO®* zu spielen. Bloß größer. Wobei ich einem Haus ganz aus LEGO®-Steinen durchaus nicht abgeneigt wäre. Mir gefällt schlichtweg der Gedanke, ein Haus um meine ganz persönlichen Bedürfnisse herum zu bauen. Ich mag nicht in etwas Fertiges einziehen, das mir dann genügend Platz für Dinge bietet, die ich eigentlich gar nicht brauche. In der Realität mache ich ohnehin die meiste Zeit dieselben Dinge oder beschäftige mich periodisch mit etwas. Weniger haben, ist für mich darum eher eine Bereicherung als ein Verzicht. Und vermutlich ist es das, was mir an Tiny Houses so gefällt. Dass sie sich auf das Notwendige konzentrieren und dennoch Platz lassen für individuelle Bedürfnisse.


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