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Vorratshaltung auf kleinem Raum

Ich bin ein Kind vom Land. Auf dem Land geboren, aufgewachsen und nach wie vor dort wohnend. Und ich liebe es! Es ist ruhig, man kennt sämtliche Nachbarn und die meisten anderen im Dorf, weiß, wer was kann und hilft sich einfach aus. Die Natur ist nicht weit und jederzeit aus jedem Fenster sichtbar. Das ist mein Leben. So fühle ich mich wohl.

Die Besonderheiten des Landlebens

So ein Leben auf dem Land ist logischerweise anders als in der Stadt. Sonst müsste man es ja nicht unterscheiden. Hier ist weniger los. Nicht nur, dass es weniger Menschen gibt, es gibt auch weniger Einrichtungen. Also weniger Theater oder Kinos, weniger Ärzte oder Krankenhäuser, weniger Einkaufsmöglichkeiten, Bushaltestellen und Sportanlagen. Manche dieser Dinge gibt es gar nicht. Ein Kino gibt es bei mir im Ort nicht. Ich muss in den Nachbarort gehen. Auch ein Theater ist hier nirgendwo zu finden. Einen kleinen Lebensmittelladen haben wir allerdings. Klein und schnucklig hat er alles, was man braucht. Von jedem nur ein bisschen, aber er ist da und das ist gut. Denn andernfalls muss man immer in einen der umliegenden Orte. Hier gibt es zum Beispiel keine separate Bäckerei. Es gibt nur zwei Backstuben, die beide in ein anderes Unternehmen integriert sind. Dafür gibt es gleich zwei Metzgereien. Doch alle haben eine Sache gemeinsam: am Mittwoch- und Samstagnachmittag ist geschlossen. Ja, willkommen auf dem Land*. Hier kann man nicht zu jeder beliebigen Zeit einkaufen gehen. Hier gibt es weniger Auswahl und weniger Zeit. Aber trotzdem klappt das ganz wunderbar. Und der Nachbarort ist nicht weit, falls man mal etwas anderes haben will.

Bevorratung ist auf dem Land normal

Was man in Städten heute gar nicht mehr so richtig kennt und in vielen Wohnungen auch nicht umsetzen kann, ist die Vorratshaltung. Hier auf dem Land hat man immer einen Vorrat an Lebensmitteln*. Alles, was sich hält, steht in ausreichender Menge im Regal. Quarantäne ist da kein Problem. Erbsen, Möhren, Birnen, Tomaten, Nudeln, Mehl, Zucker, Reis, Toilettenpapier … es ist alles da. Mit Hamstern hat das nichts zu tun. Aber wer für Dinge des täglichen Bedarfs weite Wege zurücklegen muss, der fährt nicht täglich, sondern ein Mal in der Woche und macht einen Wocheneinkauf. Und er denkt dabei mitunter auch für die nächste Woche mit. Immerhin könnte man krank werden und nicht einkaufen gehen können. Vielleicht ist man eingeschneit – ja, das kann hier passieren – und muss mal ein oder zwei Tage zu Hause bleiben. Blöd, wer dann gar nichts mehr im Haus hat.

Es ist also völlig normal, Vorräte zu lagern. Und auf dem Land ist dafür meist auch genügend Platz, denn Hochhäuser und Mehrparteienhäuser gibt es hier bedeutend weniger als Einfamilienhäuser mit Lagermöglichkeiten in Kellern, Garagen oder anderen Räumen. Das ist eben das, was das Landleben unter anderem ausmacht.

Vorratshaltung im Mini Tiny House

Wie aber mache ich das mit den Vorräten im Mini Tiny House? Auf keinen Fall werde ich täglich einkaufen gehen. Ich hasse es einzukaufen! Bloß kann ich unmöglich drei Kilo Nudeln, zwei Kilo Reis, fünf Kilo verschiedene Mehlsorten, zwei Packungen Taschentücher und was sonst noch im Vorratsraum auf dem Regal stehen soll, im Tiny House unterbringen. Dafür ist es zu klein. Das gilt nicht nur für mein Mini Tiny House, sondern für die meisten Tiny Houses. Darum stehen viele von ihnen auch in Städten. Weil man keinen Vorrat anlegen kann und die Möglichkeiten braucht, die eine Stadt bietet. Täglich in Fußnähe einkaufen, Gerätschaften ausleihen und Räumlichkeiten mieten.

Ich hingegen gehe in diesem Fall einen anderen Weg. Mein Mini Tiny House steht nicht alleine auf dem Grundstück. Ein Mehrfamilienhaus befindet sich bereits darauf und dort darf ich einen Kellerraum mieten. Dieser ist perfekt für meine Vorratshaltung geeignet und ich kann darüber hinaus einige Dinge dort lagern, die im Mini Tiny House keinen Platz finden. Das bedeutet, ich bin nicht vollständig unabhängig mit meinem Häuschen. Aber damit kann ich gut leben. Das ist der Preis, den ich für mein wirklich kleines Tiny House zahlen muss. Denn auch wenn dieses Leben Verzicht bedeutet, so will ich nicht auf alles verzichten, sondern mich wohlfühlen. Und dazu gehört eben auch ein gut gefüllter Vorratsraum, damit ich nicht ständig einkaufen gehen muss.


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