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Warmes Wasser auf kleinem Raum

Ich muss sagen, was kaltes Wasser angeht, bin ich keine Mimose. Ich bevorzuge beim Duschen zwar warmes Wasser, aber sonst nutze ich meistens kaltes Wasser. Besonders morgens, wenn ich wach werden will. Trotzdem brauche ich im Mini Tiny House warmes Wasser und da muss ich mich dann zwangsläufig damit auseinandersetzen, woher dieses Wasser kommt.

Wie viel Wasser brauche ich überhaupt?

Es passiert ganz schnell, dass man bei der Planung eines Tiny Houses sein jetziges Leben 1 zu 1 auf weniger Quadratmeter reduzieren will. An sich ist das auch richtig, aber das Leben im Tiny House erfordert immer eine Umstellung des eigenen Lebens. Von der klassischen Toilette mit Wasserspülung zur Trockentrenntoilette. Von der großen Küche mit zig Unter- und Oberschränken zu einer Küche, bei der die Herdplatten nicht festinstalliert sind. Wenn man sich also überlegt, wie man das kleine Haus heizen will, wie es aussehen soll und woher das warme Wasser kommt, dann muss man sich zunächst den eigenen Lebensstil vor Augen halten und sich fragen, wie viel Wasser man denn eigentlich braucht.

Jetzt im Vergleich zu dann ist es viel. Jetzt nutze ich eine Toilette mit Wasserspülung. Etwa 30 % des täglichen Wasserbedarfs fällt der Klospülung zum Opfer. Im Mini Tiny House nicht. Dort gibt es keine Spülung. Es gibt eine Dusche, ein Waschbecken und eine Spüle. Ich dusche nicht jeden Tag, brauche also nicht täglich warmes Wasser in der Dusche. Aber ich spüle täglich ab und putze meine Zähne, wasche meine Hände und fülle meine Kochtöpfe. Interessanterweise brauche ich aber bloß zum Abwaschen warmes Wasser. Für den Rest nutze ich kaltes Wasser. Kurz gesagt, ich brauche unterdurchschnittlich viel Wasser und nur ein Bruchteil davon ist tatsächlich warm.

Woher kommt das warme Wasser?

Wer warmes Wasser braucht, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder er nutzt einen Boiler*, bei dem eine gewisse Menge Wasser durchgehend erhitzt wird, oder er entscheidet sich für das Erhitzen des Wassers bei Bedarf. Ganz egal, was man tut, beide Systeme funktionieren für alle Arbeiten, bei denen man heißes Wasser benötigt. Spannend ist, dass man nicht nur eines der beiden Systeme nutzen muss. Ein Durchlauferhitzer*, der das Wasser immer dann erhitzt, wenn man es gerade braucht, kann zeitgleich mit einem Boiler betrieben werden. Es ist also möglich, das Warmwassersystem ganz auf seine eigenen Wünsche anzupassen. Das eine hier, das andere da. Und jetzt ratet mal, was ich vorhabe …

Die Mischung macht’s

Ich werde einen Durchlauferhitzer für die Spüle und das Waschbecken nutzen. Beide liegen direkt nebeneinander und sind bloß von einer Wand getrennt. Im Badezimmer benötige ich selten warmes Wasser, aber ich bin dankbar, wenn ich zumindest die Möglichkeit habe, es bei Gelegenheit zu nutzen. Brauche ich also mal eben warmes Wasser, stellt der Durchlauferhitzer mir dieses sofort zur Verfügung. Er versorgt dabei lediglich diese beiden Becken und sonst nichts.

Die Dusche wiederum bekommt einen elektrischen Warmwasserspeicher. Elektrisch deswegen, weil alle übrigen Systeme mit einer Flamme arbeiten und ortsfest installiert werden müssen und genau das beim baugenehmigungsfreien Bauen nicht erlaubt ist. 30 l warmes Wasser reichen für mich völlig aus. Bei der Dusche hängt dann ein Boiler an der Wand, der nur für die Dusche das Wasser erhitzt. Diesen Boiler schalte ich vor dem Duschen rechtzeitig ein und nach dem Duschen wieder aus. Er braucht also keineswegs ständig Strom, sondern bloß dann, wenn ich eben duschen will.

Ein Vergleich zu heute

Heute ist in meiner Wohnung ein großer Boiler installiert. Der hat mindestens 80 l und heizt das Wasser darin ständig. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, ich habe genügend warmes Wasser um zu duschen, den Abwasch zu machen und mir die Haare am Waschbecken zu waschen – zeitgleich. Das ist wirklich schön zu wissen, aber an sich völlig unpraktisch. Ich wohne alleine. Entweder ich dusche, oder ich mache den Abwasch. Beides gleichzeitig ist mir bisher nicht passiert. Also an sich ist dieses System erst bei mehreren Personen sinnvoll. Aber der Vermieter weiß ja beim Einbau nicht, wie viele Personen am Ende die Wohnung bewohnen werden. Insofern ist das System nachvollziehbar.

Ich hingegen baue für mich. Selbst wenn im Mini Tiny House mal zwei Personen leben sollten, so ist das kein Problem. Man kann nacheinander duschen und man muss auch nicht ausgerechnet dann den Abwasch machen, wenn ein anderer gerade mit warmem Wasser die Hände waschen will – obwohl das mit einem Durchlauferhitzer durchaus gehen würde. Außerdem habe ich mal die Zeit gestoppt. Mit 30 l Wasser aus dem Boiler habe ich – je nach Modell – etwa zehn Minuten warmes Wasser zum Duschen. Ich bin aber schon nach acht Minuten wieder aus der Dusche raus und in dieser Zeit lasse ich nicht dauerhaft das Wasser laufen. Sollte mein Partner genauso zügig duschen, können wir mit 30 l bequem nacheinander duschen, ohne auf warmes Wasser verzichten zu müssen.

Ich würde also sagen, mit meinen zwei Systemen für warmes Wasser bin ich ziemlich gut ausgerüstet. Ich muss nur rechtzeitig daran denken, den Boiler einzuschalten. Das sollte aber kein Problem sein. Ich muss jetzt auch schon eine Stunde vor dem Duschen daran denken, die Heizung hochzudrehen.


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