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Ein Waschbecken im Badezimmer oder eine Spüle in der Küche?

Wenn du dir die Zähne putzt, das Gesicht schrubbst oder nach der Toilette die Hände wäschst, gehst du sicherlich an das Waschbecken im Badezimmer. Willst du hingegen einen Kochtopf mit Wasser füllen oder dein Geschirr waschen, wählst du die Spüle in der Küche. Aber würdest du im Waschbecken im Badezimmer dein Geschirr spülen oder deine Zähne über der Spüle in der Küche putzen?

Die Normalität

In einem durchschnittlichen deutschen Badezimmer befindet sich immer eine Toilette und ein Waschbecken. Wir würden das als Gäste-WC bezeichnen, denn ohne Dusche oder Badewanne ist es für uns kein Badezimmer. So oder so, im Badezimmer ist ein Waschbecken. Nach dem Toilettengang will man sich schließlich die Hände waschen – 2020 mehr denn je. Ein Badezimmer ohne Waschbecken ist also kein richtiges Badezimmer. Es ist noch nicht einmal ein richtiges Gäste-WC.

Umgekehrt muss eine Küche eine Spüle* haben. Wie sonst soll man das Geschirr abwaschen oder Wasser in den Topf füllen? Etwa im Badezimmer? Nein, das macht man nicht. Sogar im Wohnwagen gibt es meistens zwei separate Waschbecken für die beiden Bereiche. Für uns ist das völlig normal, obwohl beide Installationen ein und dasselbe können. Man dreht am Wasserhahn und es fließt Wasser in ein Becken. Wenn man das mal so betrachtet, müsste eines doch völlig reichen, oder?

Die Tiny House Normalität

Wer ein Tiny House baut, stellt sich früher oder später ganz automatisch die Frage, ob ein Waschbecken nicht völlig ausreicht. Wenn es groß genug ist, kann man im Badezimmer den Abwasch machen – oder man putzt eben in der Küche die Zähne. Die Wege im Tiny House sind kurz, da spielt es keine große Rolle, ob man nach dem Toilettengang zwei Schritte mehr bis zum Waschbecken machen muss. Siehst du dich um, wirst du folglich viele Tiny Houses finden, in denen es nur eine Möglichkeit gibt, die Hände zu waschen, sich frisch zu machen oder das Geschirr zu spülen. Denn ein zweites Waschbecken nimmt viel Platz weg und wer ein besonders kleines Waschbecken einbaut, der erkennt meist schnell, dass sich das noch weniger lohnt. Ein winziges Waschbecken im Badezimmer erschwert viele Tätigkeiten deutlich mehr, als dass es etwas nutzt. Darum ist der Verzicht oft die bessere Wahl. Oder man baut eben ein großes Waschbecken ins Badezimmer.

Meine Erfahrung

Ich habe einige Zeit in einer Wohnung gewohnt, in welcher das Waschbecken, das eigentlich ins Badezimmer gehörte, in einem anderen Raum war. Nach dem Toilettengang musste ich also immer durch den Flur in diesen Raum, um die Hände zu waschen. Das ging, aber wirklich glücklich war ich damit nicht. In einer anderen Wohnsituation gab es keine Spüle. Stattdessen waren das Badezimmer und die Küche vereint. Ich konnte von der Toilette aus quasi im Kochtopf rühren. Das klingt unangenehmer, als es tatsächlich war. Unangenehm war vor allem, dass ich im Badezimmerwaschbecken mein Geschirr waschen musste. Zum einen ist so ein abgerundetes Waschbecken für eine große Pfanne wirklich unhandlich, zum anderen fand ich es echt eklig, manchmal am Geschirr vorbei meine Zahnpasta ins Waschbecken zu spucken. Nicht immer konnte ich erst das Geschirr abwaschen und danach das Waschbecken zur Körperhygiene nutzen. Ebenso, wie es nicht immer ging, dass ich das Waschbecken erst leer räumte. Kurz gesagt, ich fand es furchtbar.

Zwei Waschbecken im Mini Tiny House

Aus genau diesem Grund gibt es für mich auch nur eine einzige Lösung. Mein Mini Tiny House wird eine Spüle in der Küche und ein Waschbecken im Badezimmer haben. Beides in einer halbwegs normalen Größe, sodass ich nicht ständig beim Händewaschen Seife auf den Boden tropfe und den Kochtopf ganz in der Spüle versenken kann, um ihn zu schrubben. Ja, das mag mich Platz kosten, was bei den wenigen Quadratmetern sicher blöd ist, aber ich will nicht nur eine Möglichkeit haben, um mich und mein Geschirr zu waschen. Das habe ich schon ausprobiert und war alles andere als begeistert. Wie genau am Ende aber mein Waschbecken im Bad aussehen wird, weiß ich noch nicht. Mir kamen zwar schon einige Ideen*, aber mit keiner konnte ich mich bisher vollständig anfreunden. Die Spüle hingegen ist einfacher. Eine kleine, aber dennoch stinknormale Spüle wird es werden. Mit einem Wasserhahn, der mir unten Freiraum lässt, um bequem Wasser in einen Topf zu füllen, auch wenn in der Spüle noch das dreckige Geschirr steht. Ich will auch mal faul sein dürfen.


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