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Die Vermischung von Wohnen und Arbeiten

Es ist schon lange her, aber irgendwo habe ich irgendwann mal gelesen oder gehört, dass es nicht gut ist, Wohnen und Arbeiten zu vermischen. Man sollte das räumlich klar trennen, um wirklich abschalten zu können. Ich weiß gar nicht so genau, ob das wirklich stimmt, aber ich habe mich immer daran gehalten und das lief bisher sehr gut. Ob das auch im Mini Tiny House funktionieren kann?

Wo ist das Problem?

Das Problem beim Vermischen von Wohnen und Arbeiten* ist wohl das, dass man nie richtig abschalten kann. Wer in einem Büro, einer Werkstatt oder an einem anderen Arbeitsplatz arbeitet, hat zu Hause frei. Die Arbeit ist nicht sichtbar, sie ist auch nicht in greifbarer Nähe und man könnte ja doch noch mal eben schnell dies und das erledigen. Wer von zu Hause aus arbeitet, kann das sehr wohl. Er vermischt den Alltag und Haushalt mit dem Geldverdienen. Das mache ich auch. Seit Jahren schon. Meine Arbeitspausen fülle ich mit Wäsche waschen, Geschirr spülen und Blumen gießen. Das kommt mir sehr gelegen. Und es ist auch nicht ungewöhnlich, dass ich am Sonntagabend auf dem Sofa plötzlich einen Gedanken habe, der mich spontan arbeiten lässt. Ehrlich gesagt stört mich das nicht. Es macht mir nichts aus. Vielmehr empfinde ich es sogar als praktisch, wenn ich keine weiten Wege habe, nicht nach draußen gehen oder mich in Schale werfen muss, bloß weil ich telefoniere, E-Mails schreibe oder die Buchhaltung führe. Aber ich weiß es auch zu schätzen, wenn ich abschalten kann. Mit einer sinnvollen Routine klappt das bisher sehr gut. Meinen Arbeitsplatz kann ich nicht von überall einsehen. Der Schreibtisch steht dort, wo ich bloß dann hingehe, wenn ich an den Schreibtisch sitzen will. Und das passiert fast nur dann, wenn ich arbeite. Ich kann das also ganz wunderbar trennen – wenn ich will.

Kein Platz im Tiny House

Im Mini Tiny House wird das nun etwas schwieriger. Da ist deutlich weniger Platz, um den Arbeitsplatz zu verstecken. Ein Vorhang zum Zuziehen könnte helfen, aber ob mir das gefällt? Ein separates Zimmer* braucht zu viel Platz, aber eine Nische ist möglich. Und vielleicht reicht es auch, wenn ich einfach bloß den Computer verstecke. Was das angeht, bin ich mir recht unsicher. Ich kann Arbeit und Privates gut voneinander trennen. Aber bisher habe ich eben auch eine räumliche Trennung. Ob das ohne diese Trennung auch noch so einfach sein wird, weiß ich nicht. Darum versuche ich, den Schreibtisch eben doch so gut es geht sinnvoll zu platzieren. Je nach Idee und Grundrissvorschlag gelingt das mal mehr und mal weniger gut. Aber ich muss sagen, dass ich den ein oder anderen Grundriss gefunden habe, mit dem sich sehr viele meiner Wünsche realisieren lassen – auch die Trennung von Wohnen und Arbeiten. Ob sich das am Ende gut anfühlt, kann ich natürlich nicht vorhersehen. Aber im Notfall kommt eben doch ein Vorhang vor den Schreibtisch oder der Schreibtisch wird einfach weggeklappt. Vielleicht reicht es aber auch, wenn ich vom Bett aus meine Arbeit nicht sehen kann. Denn auch das habe ich als hinderlich für die Schlafqualität in Erinnerung. Wer seine Arbeit selbst beim Einschlafen noch im Blick hat, kann sich nicht richtig entspannen. Ob das bei mir auch gilt, ist jedoch fraglich. Ohne Brille kann ich den Schreibtisch nämlich ohnehin nicht erkennen.


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